20.01.2012 | HR-Management

Studie: Frauen in Führungspositionen sind ein Erfolgsgarant

Mit Frauen in der Führungsetage wirtschaften Unternehmen erfolgreicher. Das ist das Kernergebnis einer Studie von Ernst & Young bei den 300 größten börsennotierten Unternehmen Europas. Das Urteil über rein männliche Konzernspitzen fällt dagegen vernichtend aus.

Die Studie vergleicht die Jahre 2005 und 2010 und lässt den Schluss zu, dass - zumindest rein statistisch gesehen - Frauen an der Unternehmensspitze ein eindeutiger Erfolgsgarant sind. Demnach entwickelten sich die wichtigen Kennzahlen Umsatz, Gewinn, Mitarbeiterzahl und Börsenwert positiver als der Durchschnitt aller Unternehmen, wenn in den Führungsetagen sowohl 2005 als auch 2010 wenigstens eine Frau saß. Und selbst dann, wenn mindestens eine Frau erst bis 2010 in die frühere Männerdomäne kam, wirkte sich das spürbar auf den Gewinn der untersuchten Firmen aus.

Vernichtend ist das Urteil für diejenigen Konzernspitzen, die auch 2010 noch reine Männerzirkel waren. Umsatz, Gewinn, Börsenwert oder Beschäftigung: Alles ist dort schlechter als beim Durchschnitt.

 

DIW-Studie: Kaum Verbesserung in der Frauenquote

Allerdings zeigen aktuelle Zahlen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, dass sich die Hoffnung auf mehr Frauen in deutschen Vorständen in jüngster Zeit trotz der politischen Debatte nicht erfüllt hat. Ende 2011 waren nur 28 von insgesamt 943 Vorstandsposten der Top-200-Unternehmen hierzulande mit Frauen besetzt.

Etwas positiver als die Top-200 entwickelten sich laut DIW-Studie die 30 Dax-Unternehmen: Hier stieg der Frauenanteil in den Vorständen um 1,5 Punkte auf 3,7 Prozent. 80 Prozent der Dax-30 sind aber weiter eine reine Männerwelt.

 

Verhältnis aus Ursache und Wirkung nicht geklärt

Festhalten muss man allerdings: Die Studie von Ernst & Young hat das berühmte Problem mit der Henne und dem Ei. Fakt ist: Dort wo Frauen in den obersten Etagen sitzen, läuft es einfach besser. Ungeklärt bleibt aber, wie groß der Anteil der weiblichen Kompetenz an diesem Phänomen ist. Sorgen die Frauen für einen wirtschaftlichen Schub? Oder ist es vielmehr so, dass in wirtschaftlich ohnehin erfolgreichen Unternehmen ein moderneres Klima herrscht, das Personalentscheidungen auch an der Managementspitze nicht vom Geschlecht abhängig macht?

 

Das "soziale Gespür" der Frauen könnte ein Grund sein

Unabhängig davon haben wissenschaftliche Studien mehrfach belegt, dass Frauen Teams positiv beeinflussen - und auch ein Vorstand sollte schließlich ein Team sein. So zeigten US-Wissenschaftler Mitte 2011, dass die Erfolg einer Gruppe nicht vom Intelligenzquotienten ihrer einzelnen Mitglieder abhängt. Kommen aber mehr Frauen in das Team, schneidet die Gruppe ganz einfach besser ab.

Mehr sogar noch: Je mehr Frauen, desto besser wird es. Die Autoren der Studie sehen einen Grund dafür in dem bei Frauen für gewöhnlich besseren "sozialen Gespür". Das wirke sich positiv auf die Gruppenprozesse aus.

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