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| Studie bAV

Unternehmen wollen ihre Betriebsrenten ändern

Betriebsrenten belasten viele Unternehmen, weil ihre Rückstellungen nicht mehr ausreichen.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Trotz hoher Wertschätzung plant jedes dritte Unternehmen, das eine betriebliche Altersversorgung anbietet, diese zu ändern oder durch ein neues Versorgungssystem abzulösen. Grund sind gestiegene Belastungen und Risiken für die Unternehmen. Das zeigt eine neue Studie von Lurse.

Das anhaltend niedrige Zinsniveau stellt viele Unternehmen mit einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) vor große Herausforderungen und erzeugt massiven Handlungsbedarf. Die von Lurse aus diesem Anlass durchgeführte Trendabfrage bAV zeigt, dass das Absinken des Zinsniveaus erwartungsgemäß bei achtzig Prozent der Unternehmen, die Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen bilden, zu einem (starken) Anstieg der Rückstellungen führt.

Über die Hälfte dieser Unternehmen mindert die zu bildende Rückstellung durch ein "Funding". Bei 25 Prozent der Unternehmen, die ihre Verpflichtungen mit Planvermögen unterlegen, wurden 200 Millionen Euro oder mehr dem Planvermögen zugeführt.

Zu hohe Belastungen durch rückstellungsfinanzierte Systeme und Pensionskassen 

"Die betriebliche Altersversorgung ist nach wie vor ein attraktives Benefit - fast die Hälfte der Teilnehmerunternehmen geben an, dass diese Zusatzleistung hohe bis sehr hohe Wertschätzung durch die Mitarbeiter erfährt", betont Matthias Edelmann aus dem Vorstand der Lurse HR Consultants AG. "Das niedrige Zinsniveau sorgt jedoch dafür, dass die finanziellen Belastungen durch die bAV außergewöhnlich angestiegen sind und weiter ansteigen werden. Betroffen hiervon sind Unternehmen mit rückstellungsfinanzierten bAV-Systemen oder betriebsinternen Pensionskassen beziehungsweise Unterstützungskassen."

Neugestaltung der bAV oder Ablösungen geplant  

Wesentliche Konsequenz der Befragten, die entsprechende Finanzierungsvehikel nutzen: Über ein Viertel der Unternehmen plant ihre Altersversorgungsregelung neu zu gestalten. Aber nicht nur diese Unternehmen sehen Handlungsbedarf. Bezogen auf den gesamten Teilnehmerkreis beabsichtigen über ein Drittel der Unternehmen, an ihren Systemen Änderungen vorzunehmen. Jedes neunte Unternehmen plant sogar die Ablösung der bestehenden bAV durch ein neues Versorgungssystem.

"Ein Umdenken in neue Systeme, die zins- und biometrische Risiken eliminieren und die Wertschätzung der Mitarbeiter erhöhen, steht ganz oben auf der Unternehmensagenda. Dabei ist die Wertschätzung der Mitarbeiter ein wesentlicher Faktor für den Erfolg von Benefits", unterstreicht Edelmann.

Hinweis:  Da zahlreiche Teilnehmer ein weitergehendes Interesse an einem umfassenderen Vergleich der bAV-Systeme angemeldet haben, lanciert Lurse im Herbst dieses Jahres eine Spezialstudie zur Betrieblichen Altersversorgung. Interessierte Unternehmen können sich ab sofort bei Lurse melden. 

Haufe Online Redaktion

Betriebliche Altersversorgung (bAV), Pensionsrückstellung, Pensionskasse

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