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Streit um Azubiquote

Wie viele Ausbildungsplätze offen sind oder noch gebraucht werden, bleibt ein statistisches Problem.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Als "höchst erfolgreich" lobte das Bildungsministerium den Ausbildungspakt der Bundesregierung mit der Wirtschaft. Es seien mehr unbesetzte Ausbildungsplätze als unversorgte Bewerber auf dem Arbeitsmarkt. Doch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zweifelt an der veröffentlichten Statistik.

Die Wirtschaft habe ihre Zusagen, neue Ausbildungsplätze zu schaffen, weit übertroffen, so das Bildungsministerium. Zum 30. September 2012 seien 33.300 unbesetzte Ausbildungsplätze und nur 15.700 unversorgte Bewerbe bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern gemeldet gewesen. Bis zum Ende der Nachvermittlung sei die Zahl der unversorgten Bewerber auf 7.700 reduziert worden.

Kritik: Statistik geschönt

Als "Verschleierung der tatsächlichen Lage" beurteilt der DGB dagegen die gemeldeten Zahlen zur Ausbildungslage. In der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) würden mehr als 160.000 junge Menschen als versorgt geführt werden, die, trotz ihrer Einstufung als ‚ausbildungsreif‘, nur in Ersatzmaßnahmen wie  Einstiegsqualifizierungen oder Praktika beschäftigt worden wären. Daneben sortiere die BA frühzeitig junge Menschen als nicht ausbildungsreif aus, und lasse sie damit aus der offiziellen Statistik der Bewerber verschwinden.

Auch die Opposition warf der Bundesregierung und der Wirtschaft vor, eine geschönte Bilanz vorgelegt zu haben. Vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs sei es erschreckend, dass noch immer 250.000 junge Menschen in den Übergangsbereich zwischen Schule und Ausbildung abgeschoben worden seien, sagten die SPD-Politiker Willi Brase und Katja Mast. 80 Prozent von ihnen hätten einen Schulabschluss. Die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge sei im vergangenen Jahr auf 551.300 zurückgegangen. Dies sei der niedrigste Stand seit 20 Jahren.

Schlagworte zum Thema:  Ausbildung, Auszubildende, Arbeitsmarkt

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