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Recruiting ist kein Glücksspiel - wenn man mit den richtigen Kennzahlen arbeitet. Bild: Pixabay

Wie oft wird Ihre Stellenanzeige gelesen? Und wie viele von den Lesern bewerben sich anschließend tatsächlich auf die Stelle in Ihrem Unternehmen? Wie viele Bewerber sind durchschnittlich notwendig, um eine Stelle zu besetzen? Hier erfahren Sie, wie Sie den Erfolg von Stellenanzeigen messen.

Die wenigsten Unternehmen in Deutschland betreiben systematisches Personalcontrolling. Das hat erst kürzlich wieder eine Studie der Hochschule Rhein-Main im Aufrag von Haufe gezeigt.  Dementsprechend selten wird auch der Erfolg der veröffentichten Stellenanzeigen gemessen.

Kennzahlen im Recruiting - Status Quo

Die am häufigsten aus dem Bereich Recruiting erhobene Kennzahl ist der Studie zufolge die „time to hire“. Die zweithäufigste Kennzahl ist die Einstellungsquote (also. Auf Platz drei folgt die Quote der Probezeitkündigungen. Auf den Plätzen vier und fünf finden sich die „time to fill“ und die Quote der Mitarbeiter, die nach zwei Jahren noch im Unternehmen sind. Rang sechs nimmt die Kennzahl „cost per hire“ ein, die die Kostenseite der Beschaffung beleuchtet. Rang sieben belegen die Einstellungen pro Recruiter, was nur für einen bestimmten Organisationstyp der Personalabteilung eine sinnvolle Kennzahl darstellt, aber offenbar bei den betroffenen Unternehmen dann auch gemessen wird.

Erfolgsmessung von Stellenanzeigen

In Bezug auf Stellenanzeigen sind folgene Fragen interessant: Wie oft wird die Stellenanzeige gesehen und gelesen? Wie viele Bewerbungen gehen pro Stellenanzeige ein? Wie ist die Qualität dieser Bewerbungen, sprich: Wie viele Kandidaten kommen in die engere Auswahl und steht am Ende des Bewerbungsprozesses tatsächlich eine erfolgreiche Einstellung?

Personalmarketing-Experte Hendrik Zaborowski beispielsweise geht davon aus, dass sich nur zwei bis vier Prozent der Leser einer Stellenanzeige auch tatsächlich bewerben.  Der US-Softwareherstellers Jobvite is etwas optimistischer. Seinen Benchmarkdaten zufolge, bewerben sich durchschnittlich 11 Prozent der Leser einer Stellenanzeige auf die ausgeschriebene Stelle.

Qualität der Bewerbungen, "Time to hire" und "Time to fill"

Von diesen 11 Prozent werden allerdings nur 12 Prozent zum Vorstellungsgespräch eingeladen. 17 Prozent davon wiederum erhalten ein Jobangebot, das 89 Prozent annehmen. Alles in allem bedeutet das, dass 536 Personen eine Stellenanzeige sehen und lesen müssen, um am Ende die offene Stelle erfolgreich zu besetzen. 43 Tage dauert dieser Prozess laut Jobvite im Durchschnitt. Laut den Erhebungen der Hochschule Rhein-Main im Rahmen der oben genannten Studie zum HR-Controlling liegt die so genannte "Time to hire" in Deutschland sogar noch darüber. Durchschnittlich 56,5 Tage dauert es von der Ausschreibung bis zur Vertragsunterzeichnung. Bis zum tatsächlichen Arbeitsbeginn des neuen Mitarbeiters ("time to fill") vergehen 88,5 Tage.

Weitere Kennzahlen im Recruiting

Dies sind nur einige Beispiele relevanter Kennzahlen für die Erfolgsmessung von Stellenanzeigen im Speziellen und für das Recruiting im Allgemeinen. Weitere KPIs fürs Recruiting und deren Anwendung finden Sie in unserem kostenlosen Whitepaper "Wie man den Erfolg im Recruiting misst".

Schlagworte zum Thema:  Stellenanzeige, Personalcontrolling, Recruiting

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