Kapitel
Ohne Stellenanzeigen bliebe jede zweite offene Position unbesetzt. Bild: Haufe Online Redaktion

Stellenanzeigen sind nach wie vor das wichtigste Instrument beim Recruiting. Ohne Stellenanzeigen bliebe jede zweite offene Position unbesetzt. Gerade zu Jahresbeginn lohnen sich Stellenanzeigen besonders. Warum, erfahren Sie hier.

Vor allem zum Jahresbeginn lohnt es sich für Unternehmen, vermehrt Stellenanzeigen zu schalten, denn hier sind die Einstellungsquoten im Vergleich zum restlichen Jahr besonders hoch. Das ergab eine Analyse des Berliner Marktforschungsunternehmens Index Research. Insgesamt wurde die Resonanz auf ca. 15.500 Stellenanzeigen von rund 12.400 Unternehmen analysiert, die im Zeitraum 01.01.2014 bis 12.12.2016 geschaltet wurden.

Zwei Drittel der Stellenanzeigen führen zu einer Einstellung

In den ersten Quartalen der drei Jahre liegt die Quote des Einstellungserfolges bei 60 bis 62 Prozent. Zu Jahresbeginn führten also knapp zwei Drittel der Stellenanzeigen auch zu einer Einstellung. Im weiteren Jahresverlauf liegt der Wert dagegen um bis zu 5 Prozentpunkte darunter.

Qualität der Bewerbungen zu Jahresbeginn höher

Auch in Hinsicht auf die Zahl der eingegangenen Bewerbungen sowie die Qualität der Bewerber sind die Unternehmen bei Anzeigen, die im ersten Quartal veröffentlicht wurden, zufriedener als im weiteren Jahresverlauf. So erhielten beispielsweise im ersten Quartal 2016 18 Prozent der Unternehmen mehr als 25 Bewerbungen auf ihre Anzeige, in den Folge-Quartalen sank dieser Wert auf lediglich 10 Prozent im 4. Quartal.

Gründe für gute Erfolgsquoten bei Schaltung zu Jahresbeginn

Hintergrund für die guten Erfolgsquoten bei einer Schaltung zu Jahresbeginn sind vermutlich auch psychologische Aspekte: Viele Arbeitnehmer nutzen die Feiertage zu einer persönlichen Standortanalyse und starten ins neue Jahr mit guten Vorsätzen zur beruflichen Neuorientierung. Gleichzeitig gehen Unternehmen zum Beginn des Jahres verstärkt auf Mitarbeitersuche, da zu diesem Zeitpunkt neue Budget-Mittel vorhanden sind.

Stellenanzeigen: Totgesagte leben länger

Die Stellenanzeige ist das meist und längst genutzte Instrument, wenn es darum geht, Jobs bekannt zu machen – branchen- und berufsgruppenübergreifend. Und das wird trotz Active Sourcing, Big Data und welchem Trend auch immer noch über Jahre so bleiben, resümiert Henner Knabenreich in seiner Kolumne. Ergebnisse einer weiteren Studie von Index Research unterstreichen das: Mehr als zwei Drittel der im November 2015 befragten Personaler geben an, dass Jobanzeigen auch in fünf Jahren noch große oder zumindest mittlere Bedeutung für das Recruiting haben werden.

Ohne Stellenanzeigen bleibt jede zweite Position unbesetzt

Die Studie zeigt auch: Ohne Stellenanzeigen bleibt jede zweite Position im Unternehmen unbesetzt. Bereits jetzt geht im Durchschnitt fast die Hälfte (49 Prozent) der Recruiting-Ausgaben an Internet-Jobbörsen und weitere 20 Prozent an die Anzeigenabteilungen der Printmedien.

Kein Weg führt vorbei an einer guten Stellenanzeige

Da verwundert es, dass Personaler offenbar ihr Basishandwerk nicht beherrschen. "Katzenfutter wird besser beworben als Arbeitsplätze", meint Henner Knabenreich zur Qualität von Stellenanzeigen. Der HR-Blogger hat gemeinsam mit Professor Thorsten Petry von der Hochschule Rhein-Main insgesamt 1.000 Stellenanzeigen aus verschiedensten Berufsfeldern untersucht - mit ernüchternden Ergebnissen. Nur jede vierte Stellenanzeige erfüllte 60 Prozent oder mehr der im Rahmen der Studie untersuchten Anforderungskriterien. (Details zu den Studienergebnissen finden Sie im Personalmagazin Ausgabe 10/2015).

Tipps für erfolgreiche Stellenanzeigen erhalten Sie in den folgenden Kapiteln dieses Top-Themas.

Schlagworte zum Thema:  Stellenanzeige, Recruiting

Aktuell
Meistgelesen