04.12.2012 | Vergütung

Spitzenverdienst für deutsche Topmanager im Europavergleich

Europaweit verdienen deutsche Topmanager nur weniger als die Briten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Gehälter der deutschen Topmanager können sich im europäischen Wettbewerb sehen lassen. Nur die britischen Kollegen verdienen laut einer aktuellen Analyse mehr – das ruft die Aktionärsschützer auf den Plan.

Deutschlands Top-Manager sind beim Gehalt in Europa Spitze - nur ihre britischen Kollegen kassieren einer Studie zufolge mehr. Auf durchschnittlich 4,3 Millionen Euro summierte sich die Vergütung der Chefs deutscher Konzerne für das Jahr 2011, wie aus den Zahlen des Beratungshauses ECGS hervorgeht.

Deutschland sei bei der Bezahlung seines Spitzenpersonals inzwischen wettbewerbsfähig, bilanzierte Jella Benner-Heinacher, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW): "In Zukunft ist der Aufsichtsrat gefordert, dass er schaut, dass bestimmte Grenzen nicht überschritten werden."

Britische Unternehmensbosse erhielten der Studie zufolge mit mehr als fünf Millionen Euro noch knapp ein Viertel mehr. Deutschlands Top-Manager strichen jedoch 252 Prozent mehr als ihre Kollegen in Portugal und immerhin noch 25 Prozent mehr als Unternehmenschefs in Frankreich ein.  Auf den Plätzen drei und vier der 14 untersuchten Länder landeten mit jeweils gut vier Millionen Euro Chefs von Unternehmen in der Schweiz und Spanien.

In Deutschland dominiert die Barauszahlung

ECGS (Expert Corporate Governance Service), dessen Partner unter anderen die DSW ist, nahm für die erstmals erstellte Studie die Vergütung von 392 Chefs europäischer Unternehmen unter die Lupe. Darunter waren die 30 Konzerne im Deutschen Aktienindex (Dax), einige MDax-Unternehmen und zum Beispiel auch der Autobauer Porsche.

Im Schnitt ergab sich eine Summe von 3,7 Millionen Euro. Während ein Großteil der Vergütung in Deutschland bar ausgezahlt werde, erhielten die Chefs britischer oder schweizerischer Unternehmen den Löwenanteil in Form von Aktien.

Martin Winterkorn liegt auf Platz 4 der europäischen Spitzenverdiener

Spitzenverdiener der 392 Manager ist Maurice Lévy, Chef des weltweit drittgrößten Kommunikationsunternehmens Publicis. Er kam auf rund 19,76 Millionen Euro Gesamtvergütung.

Auf Rang zwei findet sich der inzwischen zurückgetretene Barclays- Vorstandschef Bob Diamond. Die dritthöchste Vergütung unter den Unternehmenslenkern kassierte Martin Sorrell vom britischen Werbeunternehmen WPP. Auf Rang vier führt die ECGS-Auswertung als ersten Deutschen Volkswagen-Lenker Martin Winterkorn, der auf rund 16,6 Millionen Euro taxiert wird. Inklusive einer Nachzahlung für das Vorjahr kassierte Winterkorn sogar mehr als Sorrell: Nach VW-Angaben rund 17,5 Millionen Euro.

Schlagworte zum Thema:  Vergütung, Gehalt, Aufsichtsrat

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