03.11.2011 | HR-Management

Social Media im Personalmarketing (Teil 2): Bisherige Erfahrungen

Social Media steht in Deutschland im Vergleich zu den USA, wo etwa Facebook dreimal häufiger genutzt wird, am Anfang. Doch auch deutsche Personaler haben die sozialen Netzwerke als Kommunikationskanal entdeckt. Ernüchternd ist: Noch immer gibt es wenig messbare Erfolge.

Die große Herausforderung von Social Media bestehen darin, die Zielgruppe und ihre Themen zu identifizieren, Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Wie die bisherige Erfahrungen aussehen, zeigt eine frühere Studie „Nutzung von Social Media im Employer Branding und im Online-Recruiting“ der Wiesbaden Business School und des Beratungsunternehmens Embrander aus dem Jahr 2010, auf der die aktuelle "Studie zur Wirkung von Social Media 2011" aufbaut.

 

Einfach nur dabei oder auch erfolgreich?

Bereits 2010 war bereits die Mehrzahl der Unternehmen (71%) in den sozialen Medien aktiv. Zentral war und ist jedoch die Frage, ob Unternehmen „einfach nur dabei“ sind oder ob mit der Social Media Präsenz systematisch definierte Ziele verfolgt werden.

Beim Thema Personalmarketing erzeugte 2010 weniger als die Hälfte aller Unternehmen mit ihren Aktivitäten zum Personalmarketing in Social Media überhaupt Aufmerksamkeit. Lediglich neun Prozent der Teilnehmer waren der Meinung, dass ein Arbeitgeber durch Social Media Aktivitäten an Attraktivität gewonnen hat.

 

Große Lücken zwischen Zielsetzung und Erfolg

Laut Umfrage 2010 hatten sich 84 Prozent der Unternehmen für ihre Social Media Aktivitäten als erstes Ziel gesetzt, die Bekanntheit zu steigern. Nur 37 Prozent setzten das Ziel um. Ein Grund für die geringen Zahlen waren und sind fehlende Inhalte. Während Unternehmen bei Inhalten auf Stellenanzeigen, Unternehmensnews und Informationen für Bewerber setzen, wünschen sich Kandidaten mehr Inhalte über die Unternehmensmission und -strategie sowie Erfahrungsberichte von Mitarbeitern.

 

Kandidaten wünschen sich andere Inhalte

In der Praxis wiesen nur 21 Prozent der in Social Media aktiven Unternehmen messbare Erfolge im Social Recruiting auf. Hier könnte ein Grund bei den Kandidaten selbst zu finden sein, die ihre privaten Aktivitäten schützen wollen. 47 Prozent der Befragten lehnten es ab, Unternehmen Einblicke in ihre privaten Social Media Aktivitäten zu gewähren, um nicht etwa vom aktuellen Arbeitgeber als Fan eines anderen Unternehmens „ertappt“ zu werden.

 

Schlüsselkomponente "Relevante Zielgruppe"

Wie sich das Nutzerverhalten der Kandidaten im Hinblick auf die Akzeptanz des Einsatzes von Social Media für berufliche Zwecke mittlerweile verändert hat, stellt die aktuelle Social Media Studie 2011 dar. Die meisten Unternehmen kommunizieren Personalmarketing über Facebook und YouTube. Sieben Prozent der Studenten und 20 Prozent der Fach- und Führungskräfte verwenden die Plattform für geschäftliche Zwecke. Für jene, die Fan eines Unternehmens sind, ist dieses auch gleichzeitig als Arbeitgeber attraktiver: Die Resultate zeigen, dass bei beiden Gruppen rund ein Drittel aller Befragten die Unternehmen als potenziellen Arbeitgeber sehen.

(Quelle: "Studie zur Wirkung von Social Media 2011")

 

Soziale Weiterverbreitung als zentraler Aspekt

Die soziale Weiterverbreitung ist ganz zentraler Aspekt von Personalmarketing auf Facebook. YouTube findet zwar rund zehn Prozent häufiger Gebrauch als Facebook, doch auch hier wird eine Vielzahl der YouTube-Videos über Verlinkungen auf Facebook angeschaut. Über die Videoplattform selbst wird so gut wie gar nicht kommuniziert: Sie dient als reine Informationsquelle.

Geht es um die inhaltlichen Aspekte, sind sich die Teilnehmer beider Gruppen einig. Sowohl Studenten (78%) als auch Fach- und Führungskräfte (70%) nennen „Mitarbeiter, die sich und ihren Tätigkeitsbereich vorstellen“ in einem Video als interessantesten und wünschenswertesten Inhalt. Fast ebenso ansprechend finden sie die Vorstellung des Arbeitsplatzes beziehungsweise Arbeitsumfeldes sowie die Vorstellung der Unternehmenskultur.

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