02.11.2011 | HR-Management

Social Media im Personalmarketing (Teil 1): Soziale Netzwerke richtig nutzen

Soziale Netzwerke bieten im Bereich Personalmarketing enormes Potenzial: Im Recruiting schöpfen Unternehmen dieses noch zu selten aus, wie die "Studie zur Wirkung von Social Media 2011" zeigt. Doch wie und wo im Social Web fühlen sich potenzielle Arbeitnehmer angesprochen?

Potenzielle Arbeitnehmer erwarten zunehmend, dass attraktive Firmen sich in den Sozialen Netzwerken präsentieren. Eine zentrale Frage dabei ist: Wie und wo spreche ich meine Wunschkandidaten im Social Web an? Antworten darauf geben Professor Thorsten Petry von der Wiesbaden Business School und Florian Schreckenbach von der Beratungsfirma Embrander in ihrer jüngst veröffentlichten "Studie zur Wirkung von Social Media 2011".

Befragt wurden 835 Teilnehmer, die sich aus Studenten, Absolventen, Auszubildenden, Young Professionals und Fach- und Führungskräften zusammensetzten. Der Fokus der Studie lag auf Studenten (inklusive Absolventen), die mit 665 Teilnehmern (79 Prozent) die deutliche Mehrheit stellten. Die zweite Gruppe sind die Fach- und Führungskräfte (inklusive Young Professionals).

 

YouTube rangiert 2011 auf Platz Eins

Um Strategien im Personalmarketing effektiv in den sozialen Medien umsetzen zu können, müssen zunächst jene Social Media Kanäle ermittelt werden, die auch die Zielgruppen nutzen.

Lagen bei den Studenten im Vorjahr noch Facebook und die VZ-Netzwerke mit jeweils 75 Prozent Nutzung auf dem ersten Rang, verzeichnet YouTube eine starke Zunahme und ist 2011 Spitzenreiter. Erstaunlich ist: Das Videoportal ist bei der Gruppe der Studenten als auch bei den Fach- und Führungskräften gleichermaßen beliebt.

Unterschiede finden sich in der Nutzung von Xing und Twitter: Studenten nutzen diese Medien nur halb so häufig wie Fach- und Führungskräfte. Das Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu wird nur von neun Prozent der Studenten und 23 Prozent der Fach- und Führungskräfte genutzt. Kaum Anklang finden Social Media Plattformen wie Myspace oder StayFriends.

(Quelle: "Studie zur Wirkung von Social Media 2011")

 

Xing spricht vor allem Wirtschaftsstudenten an

Ebenfalls stark zugenommen hat die Nutzung von Fachforen: Sie gewinnen mehr als 60 Prozent Nutzung hinzu und stehen auf dem dritten Rang, während die VZ-Netzwerke und Xing um sieben beziehungsweise sechs Prozent verloren haben. Xing büßte bei Fach- und Führungskräften zehn Prozent der Nutzung ein.

Bei Xing fällt auf, dass angehende Wirtschaftswissenschaftler das Business-Netzwerk fast dreimal so häufig (37%) verwenden wie die Studierenden der Ingenieurswissenschaften (13%). Auch die Naturwissenschaftler sind mit 21 Prozent auf Xing aktiver als die angehenden Ingenieure.

Fast unverändert bleibt die Nutzung von Twitter, die im Jahr 2010 bei 24 Prozent und im Jahr 2011 bei 25 Prozent im Durchschnittswert für beide Gruppen lag. Hervorzuheben ist hierbei, dass Fach- und Führungskräfte 2011 den Mikroblogging-Dienst mit 36 Prozent mehr als doppelt so häufig verwenden wie Studenten (15%).

 

Nutzungszweck: Wo wird geschäftlich, wo privat "genetworkt"?

Besonders relevant für die Personalmarketing-Kommunikation ist die Frage, über welche Kanäle die Zielgruppe privat beziehungsweise geschäftlich kommuniziert. Während fast alle Social Media Kanäle primär zur privaten Kommunikation eingesetzt werden, dominiert bei Xing die geschäftliche Interaktion mit 77 Prozent (Studenten) und 70 Prozent (Fach- und Führungskräfte). Geht es um die Jobsuche, ist das Business-Netzwerk Xing ebenfalls erste Wahl (Studenten 14%; Fach- und Führungskräfte 24%).

(Quelle: "Studie zur Wirkung von Social Media 2011")

 

Auf welchen Kanälen Arbeitgeber die Attraktivität steigern

Ermittelt man ein Ranking der Aktivitäten, die den Befragten von Seiten der genannten Unternehmen aufgefallen sind, werden mit extremem Vorsprung Aktionen auf Facebook-Pages genannt (39 Prozent). Aufgefallen waren den Teilnehmern im sozialen Netzwerk unter anderem aktuelle Stellenanzeigen, Unternehmensprofile, Ausbildungs- und Karriere-Webseiten und Direktkontakte zu Personalern. Weit hinter Facebook teilen sich Videos auf YouTube und Events (wie Messen, Workshops, Wettbewerbe oder Career-Kampagnen) den zweiten Rang. Wenig genannt wurden Mitarbeiter-Informationen und Aktivitäten auf Xing und LinkedIn.

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