17.10.2012 | Change Management

Social Media in Veränderungsprozessen noch kein Thema

Ein Vorteil, den die Befragten in Enterpries-2.0-Tools sehen: Die hohe Geschwindigkeit, mit der sich Infos verbreiten lassen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Noch nie war so viel Wandel wie heute. Change Management ist Dauerthema. Eine wichtige Rolle, den Wandel zu bewältigen, wird den neuen sozialen Medien zugeschrieben. Tatsächlich aber ist das sogenannte "Enterprise 2.0" im Change Management noch mehr Wunsch als Wirklichkeit.

Ausschlaggebend für dieses Ergebnis sind einer neuen Studie zufolge vor allem individuelle Gründe. Obwohl sich 65 Prozent der 150 befragten Change-Experten von Großunternehmen im deutschsprachigen Raum eine Arbeitserleichterung durch den Einsatz sozialer Medien im Unternehmen versprechen, gaben nur 15 Prozent der Befragten der Studie an, dass die in ihrem Unternehmen vorhandenen 2.0-Anwendungen dabei generell eine unverzichtbare oder große Rolle spielten.

Als Grund für ihre Zurückhaltung nannten 64,6 Prozent der Studienteilnehmer ihre mangelnde Erfahrung mit diesen digitalen Anwendungen, eine unzureichende Technische Infrastruktur ist für 60 Prozent ausschlaggebend. An zweiter Stelle zählt die Studie kulturelle Hemmnisse auf. Demnach haben 39 Prozent der Befragten Angst vor zu viel Transparenz und Kontrolle, für 39 Prozent sind Sorgen um die Datensicherheit entscheidend, fehlende Akzeptanz bei den Betroffenen machen 37 Prozent der Befragten als Hinderungsgrund aus.

Emotionen schlagen Technik

Die Wirksamkeit von Enterprise-2.0-Tools liegt der Studie zufolge vor allem im technischen Bereich. 80 Prozent der Befragten sagten, die Aktualität der Informationen ließe sich damit deutlich verbessern, 79 Prozent heben die Geschwindigkeit heraus, mit der sich Informationen verbreiten lassen und 73 Prozent sehen in der dadurch möglichen länderübergreifenden Zusammenarbeit die größten Vorteile. Bei den emotionalen Aspekten schneiden Enterprise-2.0-Tools dagegen deutlich schlechter ab. Nur noch 27 Prozent der Befragten waren der Ansicht, damit ließe sich die Motivation der Beteiligten besser steigern, nur 22 Prozent stimmten dafür, dass der Wandel sich dadurch besser emotionalisieren ließe oder die Identifikation mit dem Veränderungsvorhaben steigern.

Auf die Emotionalisierung allerdings komme es an, um Veränderungsprozesse mit Unterstützung digitaler Medien nachhaltig zu gestalten. Das gilt den Studienautoren von der Strategie- und Transformationsberatung Capgemini Consulting zufolge insbesondere für die Generation Y. "Gerade in der Generation Y wird Wandel eher positiv gesehen. Somit kann man ihren Veränderungswillen nutzen, indem man sie in Entscheidungen einbindet und die Ansprache möglichst emotional gestaltet", sagt Imke Keicher, Leiterin der Change Management-Beratung in Deutschland, Österreich und der Schweiz und eine der Autoren der Studie "Digitale Revolution – ist Change Management mutig genug für die Zukunft?".

Schlagworte zum Thema:  Social Media, Change Management

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