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So nötig haben die Dax 30 die Frauenquote

Bisher gehen Frauen in den Führungspositionen der Dax 30 in der Minderheit unter. Die Frauenquote soll dies ändern.
Bild: Stephanie Hofschläger ⁄

Nach wie vor kommt viel Kritik aus der Wirtschaft, wenn es um die Frauenquote geht. Dabei hätten es gerade die Dax-30-Unternehmen durchaus noch immer nötig, mehr Frauen in Führungspositionen zu befördern. Das belegt eine neue Studie.

Frauen sind in den Kontrollgremien deutscher Top-Konzerne noch immer in der Minderheit. Zwar steigt ihr Anteil seit Jahren stetig an. Von der für 2016 geplanten Frauenquote von 30 Prozent, auf die sich die Koalitionspitzen kürzlich geeinigt hatten, sind die 30 im Leitindex Dax notierten Unternehmen aber noch ein gutes Stück entfernt.

Nach einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) liegt der Anteil der weiblichen Kontrolleure in den Dax-Konzernen 2014 bei knapp einem Viertel (24,7 Prozent). Immerhin geht der Trend stetig in die politisch gewollte Richtung: 2013 waren nur 21,9 Prozent der Dax-Kontrolleure weiblich, 2012 sogar nur 19,4 Prozent.

Entwicklung geht in die richtige Richtung

Die Anteilseigner stellen nach den Angaben aktuell 53 weibliche Aufsichtsräte nach 45 im Vorjahr. "Dies zeigt, dass zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung bei den deutschen Aufsichtsräten feststellbar ist", sagte die stellvertretende DSW-Hauptgeschäftsführerin Jella Benner-Heinacher. Doch der Vorsitz der Kontrollgremien ist weiterhin nahezu komplett in der Hand von Männern. Einzige Ausnahme ist der Konsumgüterhersteller Henkel mit Simone Bagel-Trah an der Spitze des Aufsichtsrates.

Chef von Hugo Boss ist gegen die Frauenquote

Auch außerhalb der Dax-30-Unternehmen rumort es weiter: Der Chef des Modekonzerns Hugo Boss hält eine starre Frauenquote nicht für hilfreich. "Es ist schwer, so eine Entwicklung von oben herab zu diktieren", sagte Claus-Dietrich Lahrs dem "Handelsblatt Magazin". Es sei "durchaus eine Herausforderung, genügend Frauen zu finden, die ausreichend qualifiziert sind für Führungspositionen". Allgemein hätten es Frauen beim Erklimmen der Karriereleiter noch immer schwerer als Männer.

Bei dem Metzinger Unternehmen selbst sind weibliche Mitarbeiter aber bereits stark vertreten: "Rund 45 Prozent unserer Führungskräfte sind Frauen", sagte er dem Magazin. Einer Konzernsprecherin zufolge liegt der Frauenanteil insgesamt bei 60 Prozent. Hugo Boss ist vor allem für Herrenanzüge bekannt, hat sein Portfolio inzwischen aber stärker auf Damenprodukte ausgeweitet.

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