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Siebte Antwort auf den Fachkräftemangel: Beschäftigungsfähigkeit verbessern

"Employability" ist ein wichtiges Schlagwort, wenn es um den Fachkräftemangel geht. Unternehmen und Staaten müssen gezielt in die Förderung der derzeitigen und künftigen Kompetenzen investieren. Der Ausschluss weiter Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt, kann sich keine Volkswirtschaft in Zukunft mehr leisten. Dies zeigt eine Studie der Boston Consulting Group zusammen mit dem Weltwirtschaftsforum.

Aus Kompetenzsicht gibt es zwei Gründe für Arbeitslosigkeit – die zu geringe Grundqualifikation oder eine "falsche" Qualifikation (Skill-Mismatch). Die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit (Employability) muss sowohl daran ansetzen das Grundniveau anzuheben, als auch das Bildungsangebot mit dem Qualifikationsbedarf in Einklang zu bringen. Unternehmen sehen sich zunehmend dem Problem gegenüber unter der ohnehin schrumpfenden Zahl von Bewerbern jene zu finden, die die notwendigen Voraussetzungen mitbringen. Neben Grundkenntnissen und technischem Know-how bemängeln Unternehmen auch Soft Skills wie fehlende kommunikative Kompetenz, Kreativität und kritisches Denken. Ein Ausweg aus dieser "Employability Falle" setzt höhere Investitionen in die Aus- und Fortbildung, sowie einer engeren Kooperation zwischen Bildungseinrichtungen und Unternehmen, voraus.

 

Praxisbeispiel: Infosys macht Absolventen für den Job fit

In Indien bestimmt "Employability" seit geraumer Zeit die HR-Agenda. Das indische IT-Unternehmen Infosys Technologies hat bereits 2004 ein Programm namens "Campus Connect" entwickelt, das Studenten des Ingenieurwesens bereits während ihres Studiums auf die zukünftige Arbeitswelt vorbereitet. Unter dem Motto „Von den Besten lernen“ bietet "Campus Connect" an mehr als 400 teilnehmenden Hochschulen den Studierenden ein Forum, wo sie Best Practices der Branche kennenlernen können. Bisher veranstaltete Infosys über 130 Workshops über technisches Wissen und Soft Skills, begleitet von 600 Road Shows und rund 300 Hochschulseminaren. Profitiert haben bisher über 100.000 Studenten von dieser Initiative. Hinzukommt, dass sich in derselben Zeit bereits 175.000 Studierende auch für das Online-Programm registriert haben. Aufgrund des großen Erfolgs wurde "Campus Connect" letztendlich auch auf Mexiko und Malaysia ausgeweitet.

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