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Praxis: Religiöse Unterschiede in der Unternehmenskultur verankern

Wenn ein Mitarbeiter aufgrund seiner religiösen Überzeugung das Unternehmen verlässt oder gekündigt wird, wirft dies ein schlechtes Licht auf das Unternehmen. Das zeigen aktuelle Beispiele. Dabei können schon einfache Mittel zu einer offeneren Unternehmenskultur beitragen. So engagiert sich die Fraport AG für ihre Mitarbeiter aus 80 Nationen.

Bereits seit zehn Jahren findet bei Fraport einmal jährlich im November eine Abrahamische Feier am Flughafen Frankfurt statt. Bei diesem gemeinsamen Fest der drei monotheistischen Religionen – Christentum, Islam, Judentum – wird für mehr Verständnis und Respekt für andere religiöse Überzeugungen geworben. Über Musik, Gesang und kulinarische Speisen aus den entsprechenden Kulturkreisen wird Interesse am und Verständnis für das Andere geweckt. Schirmherr der Veranstaltung ist der Arbeitsdirektor der Fraport AG, Herbert Mai.

 

Rücksicht auf die Religion bei Arbeitszeiten

Seit etwa 20 Jahren findet die jährliche Weihnachtsfeier der Fraport AG statt. Dabei wird jeder Mitarbeiter vom Unternehmen mit einem Weihnachtspaket beschenkt. Christliche Feste und Feiertage werden bei Fraport im Rahmen der Arbeitszeitplanung, vor allem bei der Schichtarbeit, soweit wie möglich berücksichtigt.

Außerdem begeht die Fraport AG in diesem Jahr zum dritten Mal das "Iftar-Fest" zum Ende des Ramadan. Eingeladen sind alle muslimischen Beschäftigte am Flughafen sowie Fluggäste. Und während des Ramadan werden über 30 Tage lang die fastenden Menschen am Abend mit Halal Speisen verköstigt.

 

Speisenangebot: Religiöse Überzeugungen beachtet

Erst kürzlich wurde das Angebot am Flughafen Frankfurt um Lebensmittelautomaten erweitert, in denen den Gästen und Beschäftigten Koschere Lebensmittel angeboten werden. Halal Speisen für Muslime werden bereits seit längerem von den Restaurants im Terminal 1 angeboten.

 

Gebetsräume für verschiedene Religionen

Die religiöse Offenheit zeigt sich auch in den Gebetsräumen auf dem Flughafengelände. Diese umfassen eigene Räume für Christen, Orthodoxe Christen, Muslime und Juden. Für Flughafenbeschäftigte sowie für Taxifahrer wurden zwei gesonderte muslimische Gebetsräume geschaffen. Darin treffen beim Freitagsgebet zwischen 30 und 50 Gläubige zusammen. Auch wenn der Besuch eines der Gebetsräume nicht während der Arbeitszeit erfolgen kann, wird das Angebot von den Mitarbeitern sehr geschätzt.


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Schlagworte zum Thema:  Ramadan, Unternehmenskultur

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