07.10.2013 | Fachkräftemangel

EU will Zugang zu reglementierten Berufen erleichtern

Neues aus der EU: Es soll weniger reglementierte Berufe geben.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Lehrer, Handwerksmeister, Ärzte - sie üben sogenannte reglementierte Berufe aus, für die der Staat bestimmte Qualifikationen als Zugangsvoraussetzung vorschreibt. Die EU-Kommission will diese Zugangsbeschränkungen nun abbauen. Deutschland übt Kritik an der Empfehlung.

In Europa sind rund 740 Berufe reglementiert. Die EU-Kommission empfiehlt nun in einer Mitteilung, dass die EU-Staaten für viele dieser Berufe die Zugangsbeschränkungen abbauen sollen. Die Gründe dafür: Dies könne dem Fachkräftemangel abhelfen, das Wirtschaftswachstum ankurbeln und mehr Jobs schaffen.

Duale Ausbildung könnte Schaden nehmen

Das Deutsche Handwerk übt jedoch scharfe Kritik an diesem Vorschlag; es fürchtet das duale Ausbildungssystem und den Meisterbrief. Dieses System garantiere die Qualität deutscher Produkte und habe Deutschland vor der hohen Jugendarbeitslosigkeit anderer Länder bewahrt, erklärte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke. "Eine Schwächung dieses bewährten Qualifizierungssystems ist daher nichts anderes als ein Angriff auf die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands."

Die EU-Kommission wies die deutsche Kritik zurück. "Wir stellen nicht die duale Ausbildung in Frage", hieß es aus Kommissionskreisen. "Wir wissen, wie gut das deutsche System funktioniert." Zudem handle es sich nicht um einen konkreten Gesetzesvorschlag, sondern nur um Anregungen an die EU-Staaten. Dies sei nicht verpflichtend.

Schlagworte zum Thema:  EU, Duale Ausbildung

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