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Recruiting-Konkurrenz von den Zeitarbeitsunternehmen

Dass Unternehmen um Fachkräfte kämpfen, ist nicht neu. So ist verwundert es auch nicht, dass Zeitarbeitsunternehmen das gleiche Problem haben. Nun fordert IGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz zum Umdenken auf: Zeitarbeitsfirmen müssten sich stärker um Arbeitnehmer kümmern, die im derzeitigen Job unzfrieden seien.

"Wenn die Arbeitsmarktzahlen sich so positiv entwickeln, also immer weniger Arbeitslose da sind, hat die Zeitarbeit ein Stück weit ein Rekrutierungsproblem", sagte Stolz am Rande des bayerischen Landeskongresses vom Interessenverband deutscher Zeitarbeitsunternehmen. Fast 60 Prozent der derzeitigen Zeitarbeiter seien zuvor arbeitslos gewesen. Zeitarbeitsfirmen müssten sich um die passiv Suchenden kümmern. Dies könne etwa über Fortbildungen gelingen.

Trotz sinkender Arbeitslosigkeit rechnet Stolz im kommenden Jahr mit einem Zuwachs an Zeitarbeitern. Bei Unsicherheit, wie sich die Konjunktur entwickeln werde, setzten viele Unternehmen eher Zeitarbeiter ein als das eigene Stammpersonal aufzustocken. Einer Berechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft zufogle ist die Zeitarbeit im August bereits um 1,5 Prozent gewachsen (wir berichteten).

 

Umdenken in der Branche: Ethik-Kodex angestrebt

Am Vortag hatte IG-Metall-Chef Berthold Huber einen Trend in den Unternehmen zu immer mehr befristeten Verträgen und Leiharbeit scharf kritisiert. Damit fahren die Firmen Huber zufolge oft ein Sparprogramm und dünnen die Stammbelegschaft aus.

Um das Image der Zeitarbeitsbranche aufzubessern, plane der Verband einen Ethik-Kodex als Selbstverpflichtung für seine Mitgliedsbetriebe, sagte IGZ-Hauptgeschäftsführer Stolz. "Wer zuwiderhandelt, muss mit einem Ausschluss rechnen." Er räumte ein:"Es gibt auch schwarze Schafe, die muss man isolieren."

Das Kürzel IGZ steht für Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen, ist aber nicht die einzige Vertretung der Branche.

 

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