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Öffentliche Jobvermittlungen in Europa gründen gemeinsames Board

Um die Arbeitslosigkeit in der EU zu bekämpfen, wollen die EU-Jobvermittlungen künftig enger kooperieren.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die öffentlichen Jobvermittlungen in Europa wollen künftig enger zusammenarbeiten. Dafür haben die Stellen nun das "Board der europäischen Public Employment Services" gegründet. Dieses soll einen transparenten EU-Arbeitsmarkt, eine höhere Mobilität und das Lernen untereinander fördern.

Deutsche Arbeitgeber suchen händeringend Fachkräftenachwuchs, andere EU-Länder kämpfen mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit. Dieses Ungleichgewicht hat in der Vergangenheit schon dazu geführt, dass öffentliche Stellen Förderprogramme ins Leben gerufen haben, die die Mobilität in Europa erhöhen sollen. Ein Beispiel dafür ist das "Mobi-Pro-EU"-Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Bundesagentur für Arbeit (BA), das Azubis aus dem EU-Ausland nach Deutschland locken soll.

Ziele: Transparenz, Mobilität und Benchlearning

Als neue Initiative gegen hohe Arbeitslosenzahlen in einigen EU-Ländern und insbesondere der hohen Jugendarbeitslosigkeit wurde nun das sogenannte "Board der europäischen Public Employment Services" gegründet: Dahinter verbirgt sich ein Zusammenschluss der öffentlichen Arbeitsmarktservices in Europa. Die konstituierende Sitzung des Boards fand vergangene Woche statt.

Das neu geschaffene Board, das auf einem Beschluss des Rates und des Europäischen Parlaments vom Mai 2014 beruht, verfolgt vor allem drei Ziele: europaweit eine größere Transparenz am Arbeitsmarkt zu schaffen, faire berufliche und regionale Mobilität in Europa zu fördern und die Arbeitsmarktservices zu modernisieren sowie deren Leistungsfähigkeit durch das Prinzip des Benchlearning, also dem Lernen untereinander, zu steigern.

Von anderen Organisationen lernen, neue Impulse bekommen

Das Gremium soll sich aus den Chefs und hochrangigen Vertretern aus dem Management der öffentlichen Arbeitsmarktdienstleister zusammensetzen. Zum Vorsitzenden des Boards wurde für die kommenden zwei Jahre Frank-Jürgen Weise gewählt, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA). "Das Problem der Jugendarbeitslosigkeit in Europa kann von uns nicht ignoriert werden. Wer Arbeitslosigkeit senken will, braucht den richtigen politischen Rahmen und das Engagement von Unternehmen und Arbeitnehmern", kommentierte Weise die Gründung des Boards. "Aber auch wir als Arbeitsmarktdienstleister wollen und können dazu beitragen. Unsere Aufgabe ist es, den Menschen dabei zu helfen, eine gute Beschäftigung zu finden. Dazu müssen wir die wirksamsten Programme kennen und die besten Ideen untereinander austauschen", so Weise weiter.

Deutschland habe schon langjährige Erfahrungen, so Weise, weil hierzulande Reformen schon vor vielen Jahren angestoßen und umgesetzt worden seien. Andere europäische Länder stünden noch am Anfang und müssten teilweise erst Strukturen schaffen, die es ihnen ermöglichten, erfolgreiche Arbeitsmarktprogramme umzusetzen. "Doch auch wir in Deutschland lernen von anderen Organisationen und können so neue Impulse für unsere Arbeit in der Bundesagentur bekommen", so der BA-Vorstandsvorsitzende.

Haufe Online Redaktion

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