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Auch Azubis suchen nach dem Sinn bei der Arbeit

Spaß und Sinn bei der Arbeit: Das ist Azubis wichtig.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Wer Studierende und Absolventen nach ihren Berufszielen fragt, hört häufig von der Suche nach dem Sinn dahinter. Eine neue Umfrage zeigt nun, dass auch Schüler und Auszubildende die Sinnfrage ins Zentrum ihrer Berufswahl stellen. Der Spaß darf aber auch nicht zu kurz kommen.

Mehr als die Hälfte der befragten Azubis und Schüler (56 Prozent) strebt nach Spaß und Erfüllung im Beruf sowie nach einer Tätigkeit, die den eigenen Wertvorstellungen entspricht. Das rein instrumentelle Verhältnis zum Ausbildungsberuf als Mittel zum Zweck, um private Wünsche zu verwirklichen, ist nur das Ziel einer Minderheit. Gleiches trifft auf vorrangig an Geld und Status orientierten Karrierevorstellungen zu.

Dabei hat sich der Trend zum gestiegenen Selbstbewusstsein der Azubi-Bewerber konsolidiert, den die Studie schon im vergangenen Jahr dokumentieren konnte: 69 Prozent der Befragten sehen sich mit den Ausbildungsbetrieben auf Augenhöhe. Das könnte eine Folge der Umkehrung auf dem Ausbildungsmarkt sein, da sich viele angehende Azubis heute ihren Ausbildungsbetrieb aussuchen können. Die Studie belegt diesen Trend: 42 Prozent der befragten Azubis haben gleich mehrere Ausbildungsangebote erhalten – im Durchschnitt waren es drei Angebote.

Einstellungsprozedere ist noch zu optimieren

Ist diese Begehrtheit den Azubis zu Kopf gestiegen? Von anderen Zielgruppen ist das Phänomen bekannt: Entsteht ein Überhang an Jobangeboten, steigt ein Teil der Bewerber aus dem Fairplay aus, unterschreibt mehrere Angebote parallel und tritt dann einige Stellen einfach nicht an. Auch bei den Azubis haben der Studie zufolge immerhin schon sieben Prozent einen Ausbildungsvertrag unterschrieben, dann aber trotz Zusage die Ausbildung nicht angetreten. Allerdings ist dieses Problem wohl auch von den Unternehmen hausgemacht: Nach Angabe der teilnehmenden Ausbildungsbetriebe vergingen 2013 im Durchschnitt mehr als sechs Monate zwischen Unterschrift und Antritt der Ausbildung. Für viele angehende Azubis ist das zu viel Zeit, sodass sie die eigene Entscheidung in Zweifel ziehen. Einige Ausbildungsbetriebe haben diese Herausforderung erkannt und versuchen nun gegenzusteuern. 23 Prozent der teilnehmenden Betriebe halten in der kritischen Phase regelmäßig Kontakt zu den angehenden Auszubildenden, 46 Prozent tun das zumindest sporadisch.

Jobsicherheit ist Attraktivitätstreiber bei Ausbildungsbetrieben

Was macht Ausbildungsbetriebe aus Sicht der Zielgruppe attraktiv? Die „Jobsicherheit“ landet hier bei den Azubis mit einem Durchschnittswert von 3,6 (Skala von 1 bis 4) weit vorn, dicht gefolgt von Betriebsklima, Übernahmechancen sowie Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Nicht immer treffen Unternehmen in ihrer Kommunikation die richtigen Themen, so ist die Jobsicherheit (rund 2,7) in der Kommunikation von Ausbildungsbetrieben deutlich niedriger priorisiert, als es angesichts der Vorlieben der Bewerber angebracht wäre. Auch bei den Bewerbungsprozessen besteht Verbesserungspotenzial. Bewerber bemängeln vor allem fehlendes Feedback. Ein Studienteilnehmer erklärt dazu: „Meist bekommt man gar keine Rückmeldung von den Firmen über den Status der Bewerbung. Man weiß nicht, ob sie angekommen ist, gelesen wurde oder sonst irgendetwas.“

Karriereseiten sind bessere Anlaufstellen als Facebook

In einem Punkt besteht Einigkeit zwischen Azubis und Ausbildungsbetrieben: Facebook & Co. spielen aktuell für das Bewerbungsgeschehen kaum eine Rolle. Azubi-Bewerber nutzen mehr oder minder intensiv die Karriereseiten der Unternehmen im Internet (2,7 auf einer Skala von 1 bis 4) oder Angebote der Bundesagentur für Arbeit (2,7) und vertrauen auf Ratschläge von Eltern und Lehrern (2,5). Social Media spielen nur eine untergeordnete Rolle. Als Gründe gaben die Azubis unter anderem an, Facebook sei ihnen zu unseriös oder persönlich. Die Betriebe nutzen aber auch die Kommunikationskanal Social Media bislang kaum (1,8). 

Über die Umfrage „Azubi-Recruitingtrends 2014“

Zum fünften Mal hat U-Form Testsysteme gemeinsam mit Professorin Daniela Eisele von der HSBA Hamburg School of Business Administration Azubis und Azubi-Bewerber auf der einen und Ausbildungsverantwortliche auf der anderen Seite deutschlandweit online zu Trends im Azubimarketing und -recruiting befragt. 810 Azubis und Schüler sowie 559 Ausbildungsverantwortliche haben in diesem Jahr den Fragebogen ausgefüllt. Unterstützt wurde die Studie „Azubi-Recruitingtrends 2014“ vom Azubi-Portal Yousty.

Haufe Online Redaktion

Recruiting, Ausbildung, Arbeitgeberattraktivität

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