04.11.2016 | MBA-Studium

Geld ist nicht immer der wahre ROI

Für einen MBA muss man oft tief in die Tasche greifen. Wo der Return on Invest am höchsten ist und was Alumni noch wichtig ist, zeigt eine Analyse.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Welche MBA-Programme zahlen sich für die Absolventen am schnellsten aus? Dieser Frage ist ein britisches Gehaltsvergleichsportal nachgegangen. Doch auch, wenn das Gehalt nach dem MBA-Abschluss für viele Alumni eine große Rolle spielt: Für manche ist der wahre "Return on Invest" (ROI) ein anderer.

MBA-Programme sind teuer: Je nach Schule müssen die Studenten Programmkosten von mehr als 100.000 Euro hinblättern. Wann sich diese Investition auszahlt und welche Schulen den größten "Return on Invest" (ROI) versprechen, hat das britische Gehaltsvergleichsportal Emolument.com berechnet. Die Gehaltsanalysten betrachteten dazu die Gehälter von MBA-Absolventen aus den Jahren 2011, 2012 und 2013 und kalkulierten den ROI innerhalb von drei bis fünf Jahren nach dem Studienabschluss.

MBA: Teure Schulen zahlen sich nicht sofort aus

Als Schule mit dem höchsten ROI geht die Chicago Booth School of Business aus dem Ranking hervor. Sie schafft es dank eines vergleichsweise kostengünstigen MBA-Programms (rund 51.000 britische Pfund, umgerechnet rund 56.500 Euro) an die Spitze. Auch die Schulen auf den folgenden Rängen, die Warwick Business School (Programmkosten: 36.000 Pfund oder 39.900 Euro), die National University of Singapore (35.000 Pfund oder 38.800 Euro) und das Baruch College (32.000 Pfund) punkten mit relativ geringen Programmkosten.

Teure (und in anderen MBA-Rankings gewöhnlich weit oben liegende) Schulen wie Columbia und Harvard können sich im ROI-Ranking aufgrund ihrer hohen Studiengebühren nicht vorne platzieren – denn auch bei einem hohen Gehalt nach dem MBA dauert es eine Weile, bis sich die hohen Studiengebühren amortisiert haben. An der Columbia Business School betragen die gebühren laut Emolument-Aufstellung etwa für ein MBA-Programm 104.000 Pfund (rund 115.000 Euro), in Harvard mit 91.000 Pfund (100.800 Euro) nicht bedeutend weniger.

Das britische Gehaltsportal Emolument.com hat den Return on Invest von MBA-Programmen berechnet.
Bild: Emolument.com

ROI von vielen individuellen Faktoren abhängig

Die Zahlen zum ROI sind allerdings mit Vorsicht zu genießen: Denn schließlich können sie nur einen groben Hinweis darauf geben, welche Programme sich im Schnitt wie schnell auszahlen. Die Antwort auf die Frage aber, wie schnell sich ein MBA tatsächlich für den Alumni finanziell lohnt, ist im Einzelfall von vielen verschiedenen individuellen Faktoren abhängig – etwa, wie hoch die Durchschnittsgehälter im jeweiligen Land und in der jeweiligen Branche liegen, oder ob dort etwa – wie beispielsweise in den USA – gerne hohe Boni bezahlt werden. So verdienen laut der aktuellen ROI-Analyse beispielsweise Alumni, die einen Job im Finanzsektor angetreten haben, nach wie vor überdurchschnittlich viel.

Doch auch diese Aussage lässt sich offenbar nicht verallgemeinern. So stellten die Autoren etwa auch fest, dass die Absolventen der britischen Saïd Business School zwar überdurchschnittlich häufig im Finanzsektor arbeiten – aber im Schnitt weniger verdienen als die Harvard-Alumni. Denn diese arbeiten demnach sowohl häufiger in gutbezahlten Front-Office-Jobs als auch an Orten wie den USA oder Hong Kong, wo im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hohe Gehälter bezahlt werden.

Freundschaften und Netzwerke sind oft der wahre ROI

Doch nicht nur durch die individuellen Unterschiede, auch unterschiedliche Programmlaufzeiten erschweren die Vergleichbarkeit beim Thema "ROI": Manche Schulen legen ihre MBA-Programme auf ein Jahr aus und andere auf zwei Jahre. Bei den zweijährigen Programmen ist der Verdienstausfall für die Studenten also höher und es dauert länger, bis sich ihre Investition auszahlt.

Und schließlich ist der finanzielle ROI ja auch nur einer von vielen Gründen, aus denen sich – zumeist junge – Menschen für ein MBA-Studium entschließen. "Ein MBA-Studium führt zwar zu einem höheren Gehalt", kommentiert Alice Leguay, Mitgründerin und COO von Emolument, die Ergebnisse ihres ROI-Rankings. "Aber Alumni sehen oft Freundschaften, Netzwerke und andere Möglichkeiten als wichtigsten Return on Invest ihres Studiums."

Schlagworte zum Thema:  Vergütung, MBA, Personalentwicklung

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