14.07.2011 | HR-Management

Studie: Qualität der Führungskräfte ist entscheidender Wettbewerbsvorteil

Was ausgezeichnete Unternehmen von der Konkurrenz unterscheidet, ist vor allem die Qualität der Führungskräfte, belegt eine aktuelle Aon Hewitt-Studie. Grund genug, mehr in die Führungskräfteentwicklung zu investieren.

Laut der diesjährigen Aon Hewitt-Studie "Attraktive Arbeitgeber in Zentral- und Osteuropa", an der sich 479 Unternehmen beteiligt haben, werden Manager "attraktiver Arbeitgeber" als weitaus effektiver, offener und fairer bewertet als in durchschnittlichen Unternehmen. Das Resultat: Die Mitarbeiter dieser Firmen sind engagierter und bleiben ihrem Unternehmen eher treu. Gerade in Zeiten des "War for Talent" ist das ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

 

Mitarbeiter attraktiver Arbeitgeber sind hoch engagiert

Ein "attraktiver Arbeitgeber" zu sein, bringt deutliche Vorteile mit sich: So sind 78 Prozent der Mitarbeiter hoch engagiert, während der Wert im Durchschnitt nur bei 55 Prozent liegt. Das wesentliche Unterscheidungskriterium ist der Studie zufolge die Qualität der Führungskräfte, deren Leistungen auch von den Mitarbeitern anerkannt und zu 75 Prozent als sehr effektiv bewertet werden. Der Mittelwert liegt hier über alle Unternehmen hinweg bei nur 53 Prozent.

 

Was Manager attraktiver Arbeitgeber anders machen

Die Manager der „attraktiven Arbeitgeber“ kommunizieren offener und klarer als in durchschnittlichen Unternehmen (68 Prozent gegenüber 46 Prozent). Zudem glauben ihre Angestellten, dass sie die Interessen des Unternehmens und die der Mitarbeiter ausgewogener betrachten als andere (67 Prozent gegenüber 43 Prozent) sowie eher die Menschen als höchstes Gut des Unternehmens ansehen (66 Prozent gegenüber 41 Prozent).

 

Mitarbeiterengagement hängt auch von länderspezifischen Unterschieden ab

Die Studie zeigte aber auch, dass es in den europäischen Ländern durchaus Unterschiede zwischen den Arbeitnehmern gibt. "Benefits, Leistungsorientierung und die Wahrnehmung der Richtlinien im Unternehmen sind länderspezifisch geprägt", erläutert Bernhard Stieger, Leiter Talent & Organisation Consulting DACH bei Aon Hewitt. "Aber es gibt auch einheitliche Faktoren – die Qualität der Führungskräfte spielt überall die entscheidende Rolle, wenn es um den Aufbau von hohem Mitarbeiterengagement geht."

 

Attraktive Arbeitgeber investieren mehr in Mitarbeiterbindung

Zwar ist der Studie zufolge insgesamt das Engagement-Level der Arbeitskräfte bedingt durch den ökonomischen Aufschwung wieder gestiegen. Allerdings würde sich auch der Trend abzeichnen, dass bereits demotivierte Mitarbeiter ihr Unternehmen noch schlechter bewerten als während der Krise, und aktiv nach einem neuen Arbeitsplatz suchen. Hat die Rezession die Mitarbeiterfluktuation noch in gewissen Schranken gehalten, müssen Unternehmen jetzt schnellstmöglich die richtigen Strategien finden, um ihre Schlüsselkräfte zu halten.

"Attraktive Arbeitgeber" geben auch hier den Ton an: 70 Prozent ihrer Mitarbeiter bestätigen, dass das Unternehmen seine Top-Mitarbeiter mit entsprechenden Maßnahmen an sich bindet – im Durchschnitt behaupten das insgesamt nur 45 Prozent der Befragten. Zudem sorgen sie dafür, dass ihr Image auch mit der tatsächlichen Arbeitserfahrung im Unternehmen übereinstimmt. Das Ergebnis: 85 Prozent ihrer Mitarbeiter halten das Unternehmen für einen guten Arbeitsplatz, im Schnitt liegt der Wert bei nur 62 Prozent.

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