| Public Viewing mit Kollegen

Führungskräfte sind WM-Verlierer

Er soll nach Hause gehen: Die meisten Deutschen wollen die WM ohne den Chef anschauen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Deutschland hat das erste Vorrundenspiel gewonnen, die Fußballnation fiebert vor dem Fernseher mit. Doch einer Studie zufolge gibt es in Deutschland auch WM-Verlierer: Führungskräfte. Denn nur vier Prozent der Befragten möchten mit ihrem Chef zusammen die Spiele der WM anschauen.

Insgesamt sind die Deutschen gar nicht abgeneigt, die Spiele der Fußballweltmeisterschaft zusammen mit ihren Arbeitskollegen zu schauen: 71 Prozent geben an, dies tun zu wollen – doch nur solange sie die Couch mit Kollegen der gleichen Hierarchieebene teilen. Dem Chef erteilen 96 Prozent der Deutschen eine Absage fürs Public Viewing. Das sind einige Ergebnisse einer Studie, für die der Personalberater Robert Half 1.581 Büroangestellten in  sechs Ländern (Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich und die Niederlande) befragt hat.

Nur die wenigsten Niederländer möchten WM mit dem Chef sehen

Dabei sind die 260 Mitarbeiter, die in Deutschland befragt wurden, noch cheffeindlicher als ihre internationalen Kollegen: In den anderen Ländern möchte knapp jeder zehnte Mitarbeiter bei der WM auch mit der Führungskraft Kontakt knüpfen. In Chile ist es sogar gut jeder Fünfte. Noch weniger Lust auf WM mit dem Chef als die Deutschen haben nur noch die Niederländer. Im Oranje-Reich möchten nur drei Prozent der Befragten ihren Vorgesetzten beim Public Viewing dabei haben.

Bewerber vorrangig aufgrund der Soft Skills einstellen?

Die Studie hat außerdem untersucht, was die Erfolgsfaktoren erfolgreicher Sportteams sind wie diese auf Unternehmen übertragen werden können. Hier liegt die Teamfähigkeit vorne: 35 Prozent der Befragten aus Deutschland halten diesen Faktor für den Gesamterfolg des Teams am wichtigsten; über alle Länder hinweg sind es sogar 39 Prozent. Aus diesem Grund erwartet eine Mehrheit von 66 Prozent der deutschen Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten, bei Neueinstellungen gleichermaßen auf soziale und auf fachliche Kompetenzen zu achten. 20 Prozent wünschen sich sogar, dass ihre Vorgesetzten Bewerber vorrangig aufgrund ihrer Soft Skills einstellen.

Lahm: größte Führungsfähigkeit, Schweinsteiger: stärkster Teamgeist

Auch die Führungsfähigkeit der deutschen Nationalspieler wurde in der Studie abgefragt: Die Autoren wollten von den Teilnehmern wissen, welchem Spieler sie zutrauen, im Geschäftsleben den besten Teamleiter abzugeben. Wenig überraschend wurde diese Ehre Kapitän Philipp Lahm zuteil. Als Qualifikationen dafür sehen die Autoren Lahms Fähigkeiten strategisch zu denken, flexibel und vielseitig zu sein und ein Team zum Erfolg führen zu können. Als Spieler mit dem stärksten Teamgeist kürten die Befragten Bastian Schweinsteiger.

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