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Profilbilder beeinflussen Informationswahrnehmung

Die Profilbilder in sozialen Netzwerken beeinflussen, wie die übrigen Inhalte des Profils wahrgenommen und bewertet werden. Das belegt eine Studie der Universität Duisburg-Essen. Vor allem das Geschlecht der abgebildeten Person spielt eine Rolle. Das würde bei einem Background-Check in der Personalauswahl eine wichtige Rolle spielen.

Für die Studie des des Lehrstuhls Sozialpsychologie / Medien und Kommunikation wurden in einem Online-Experiment das Geschlecht und der Attraktivitätsgrad der Profilbilder verändert, nicht aber die übrigen Inhalte. Um die Gesichtsmerkmale systematisch kontrollieren zu können, verwendete die Forschergruppe virtuelle Gesichter, die zuvor in einem Vortest ausgewählt worden waren. 

Das Ergebnis: Die 150 Teilnehmer, welche die betreffenden Xing-Profile bewerten sollten, waren meistens nicht objektiv. Den dargestellten Männern sprachen sie allgemein einen größeren Freundeskreis zu und weniger Interesse an der Familie als den Frauen.

 

Einschätzungen folgen Stereotypen

Trotz des gleichen Werdegangs schrieben sie den Frauen häufiger Eigenschaften aus dem weiblichen Rollenstereotyp zu, etwa Abhängigkeit, Empfindsamkeit, Toleranz oder Intuition. Bei den Männern waren es eher instrumentelle Eigenschaften der klassischen Führungsrolle wie Karriereorientierung, Hartnäckigkeit, Risikobereitschaft oder Selbstbewusstsein.

Außerdem belegte das Experiment, dass gutes Aussehen vorteilhaft ist. Attraktive Personen wurden als beliebter eingeschätzt.

 

Kein Einfluss auf Einstellungschancen

Allerdings wirken sich weder Attraktivität noch Geschlecht auf den Marktwert bei der Jobsuche aus. Es gab keine Unterschiede bei der Frage, wie gut die Einstellungschancen für eine ausgeschriebene Stelle sind. Hier zählte allein der Lebenslauf.

Insgesamt zeige die Studie dennoch, dass die gleiche Profilinformation beim Betrachter unterschiedliche, mit den Geschlechterstereotypen konforme Zuschreibungen hervorruft, urteilen die Forscher. Das sei vor dem Hintergrund von Chancengleichheit kritisch zu sehen. Anonyme Profile könnten hier ein Lösungsansatz sein.

Hinweis: Ähnliche Studien, die den Einfluss von Porträtbildern auf unsere Wahrnehmung und Entscheidung untersuchen, führen immer wieder zur Debatte um so genannte "Anonyme Bewerbungen". Das Personalmagazin berichtete dazu in Ausgabe 11/2010.

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