0

| Praktikum

Praktikanten geben sich auch ohne Mindestlohn zufrieden

Die meisten Praktikanten zeigen sich in einer Umfrage sehr zufrieden mit den praktischen Erfahrungen. - auch ohne Mindestlohn
Bild: Haufe Online Redaktion

Einen gesetzlichen Mindestlohn für Praktikanten muss es aus Sicht der Betroffenen nicht geben. Das zeigt eine Umfrage unter mehr als 7.500 Studenten, Absolventen und Young Professionals. Inzwischen werden bereits 95 Prozent der Praktika vergütet – wenn auch unterdurchschnittlich.

Im Durchschnitt verdienen Praktikanten in Deutschland laut der Umfrage 763 Euro. Das finden 64 Prozent von ihnen angemessen. Ein gesetzlicher Mindestlohn für Praktikanten, den es seit Januar nur unter bestimmten Voraussetzungen gibt, liegt bei einer 40-Stunden-Woche indes bei gut dem Doppelten (1.400 Euro). 

Am besten bezahlt werden Praktikanten im Baugewerbe (1.015 Euro), in Unternehmensberatungen (920 Euro) sowie im Finanzsektor (888 Euro). Im regionalen Gehaltsranking für Praktikanten liegen Hamburg, Bremen, Bayern und Baden-Württemberg vorne, während in den neuen Bundesländern nach wie vor schlecht gezahlt wird.

Das sind Ergebnisse des "Clevis Praktikantenspiegel 2015". Die Umfrage wird von der HR-Unternehmensberatung Clevis in Kooperation mit der Online-Jobbörse Absolventa Jobnet und mit wissenschaftlicher Unterstützung des Lehrstuhls für Marketing der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg durchgeführt.

Praktikum ist wichtiges Mittel im Recruiting

Auch insgesamt ist der Zufriedenheitsgrad der jungen Arbeitnehmer mit ihrem Praktikum sehr hoch: 86 Prozent der Praktikanten sind zufrieden und 82 Prozent würden ihren jeweiligen Arbeitgeber weiter empfehlen. Die größten Zufriedenheitstreiber aus Sicht der Arbeitnehmer liegen gemäß der Studie im erhofften Lerneffekt, der Führung durch gute Vorgesetzte sowie in der Aufgabengestaltung durch den Arbeitgeber. 

"Das Praktikum gewinnt zunehmend an Reputation. Viele Arbeitgeber haben erkannt, dass sie im War for talents schon frühzeitig qualifizierte Fachkräfte von ihrer Arbeitgebermarke überzeugen müssen. Aus diesem Grund werden aus Praktikanten immer wichtigere Kandidaten. Der hohe Zufriedenheitsgrad bei diesen zeigt: Die Strategie der Unternehmen geht auf. Wichtig dabei: Die besten Praktikanten entscheiden sich für die Unternehmen, die ihr Markenimage am besten transportieren und anschließend ihre Arbeitgeberqualität erlebbar machen", erklärt Ludwig Preller, Studieninitiator und Partner der Clevis Group.

Praktikanten sind sehr mobil

Immer mehr Absolventen und Studenten stellen sich auf die Anforderung von vielen Arbeitgebern ein, im Ausland Erfahrungen zu sammeln. Immerhin 49 Prozent waren unter anderem aus diesem Grund bereits für mindestens sechs Monate im Ausland – die meisten allerdings nicht im Rahmen eines Praktikums, sondern in erster Linie durch ein Auslandssemester. Als Praktikant gingen nur 14 Prozent der Studienteilnehmer ins Ausland. Die meisten kamen dabei aus den Geistes- (24 Prozent) und Naturwissenschaften (23 Prozent), am wenigsten aus den Rechts- (zehn Prozent) und Wirtschaftswissenschaften (elf Prozent).

Insgesamt sind Praktikanten durchaus offen dafür, aufgrund eines Praktikums den Wohnort zu wechseln. Mehr als die Hälfte der Befragten hat dies bereits getan. Für ein Drittel der Befragten lag die Praktikantenstelle sogar mehr als 200 Kilometer vom aktuellen Wohnort entfernt.

Haufe Online Redaktion

Praktikum, Mindestlohn, Recruiting

Aktuell

Meistgelesen