Positive Impact Rating: Gesellschaftliche Wirkung von MBA-Schulen

Welche Business Schools haben positive Auswirkungen auf die Gesellschaft? Das Positive Impact Rating hat das in Erhebungen bisher kaum beachtete Thema aufgegriffen und MBA-Studenten dazu befragt. Auch die Berliner ESCP Europe taucht im Ranking auf.

In dem neuen Positive Impact Rating (PIR) haben Studierende auf der ganzen Welt erstmals ihre Business Schools im Hinblick auf ihre positiven Auswirkungen auf die Welt bewertet. Dabei wurden 30 Business Schools berücksichtigt.

Gesellschaftliche Auswirkungen bislang kaum beachtet

Die Aufgabe von Business Schools sei es traditionell, ihren Studenten fundiertes Managementwissen zu vermitteln und so die Unternehmen mit gut ausgebildeten Talenten zu versorgen, heißt es in der Pressemeldung. Ob sie darüber hinaus auch positive Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, habe bisher kaum eine Rolle gespielt, auch wenn das Thema in den letzten Jahren immer wichtiger wurde. Mit dem Positive Impact Rating (PIR) reagiere man auf die Forderungen nach einer positiven gesellschaftlichen Wirkung von Business Schools, wie sie auch in den UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung zum Ausdruck komme.

Die Befragung wurde von den internationalen Studierendenorganisationen Oikos, Aiesec und Net Impact durchgeführt und gemeinsam mit den Nichtregierungsorganisationen WWF Schweiz, Oxfam International sowie dem UN Global Compact Schweiz organisiert.

Vorbildfunktion und Kultur der Hochschule als Themen

Dabei wurden Studierende der Top-50-Schulen des Rankings zu den besten Master-in-Management-Studiengängen der Financial Times 2018 und des Green-MBA-Ranking des nordamerikanischen Magazins Corporate Knights zur Mitwirkung eingeladen. 51 Hochschulen nahmen teil. Den Studenten wurden insgesamt 20 Fragen zu den Bereichen Leitung, Ausbildung und Engagement gestellt, die wiederum in sieben verschiedene Dimensionen unterteilt wurden. Sie umfassen die Führung und die Kultur einer Hochschule, die Bewertung der Lehrprogramme und der verwendeten Lehrmethoden sowie das Engagement der Studenten. Zudem wurde die wahrgenommene Vorbildfunktion der Hochschule und ihr öffentliches Engagement abgefragt.

Namen der schlecht bewerteten Schulen nicht veröffentlicht

Die Schulen konnten dabei die fünf Stufen Beginning, Emerging, Progressing, Transforming und Pioneering erreichen. Während keine Hochschule die höchste Stufe fünf erreicht hat, finden sich neun Schulen auf Stufe vier. Diese „transforming Schools" werden in allen Wirkungsdimensionen deutlich besser bewertet als die übrigen Hochschulen. Weitere 21 Hochschulen erreichen sich auf Stufe drei. Diese „progressing Schools“ zeigen gute Ergebnisse in einzelnen Wirkungsdimensionen. Berücksichtigt und in alphabetischer Reihenfolge veröffentlicht wurden insgesamt 30 Business Schools. Hochschulen, die tiefer als Stufe drei liegen, wurden nicht ausgewiesen, um die weniger guten Schulen nicht an den Pranger zu stellen.

Keine deutsche Schule unter den besten neun

Zu den Schulen auf Level vier gehören die belgische Antwerp Management School, die spanische EADA Business School, die amerikanischen Schulen Scheller College of Business, die Haas School of Business an der University of California in Berkeley und die Grossman School of Business an der University of Vermont, die INCAE Business School in Costa Rica, das Indian Institute of Management in Bangalore, die School of Business an der niederländischen Maastricht University und die kanadische Lang School of Business (University of Guelph).

ESCP Europe im guten Mittelfeld

Zu den Schulen auf Level drei gehört die ESCP Europe in Berlin als einzige deutsche Schule in dem Rating. „Eine Bewertung wie das Positive Impact Rating für Business Schools war längst überfällig", erklärt Andreas Kaplan, Rektor ESCP Business School Berlin. Bei der Erreichung der UN-Ziele stehe nicht nur jeder Einzelne in der Verantwortung, sondern auch Politik, Gesellschaft und die Wirtschaft seien gefordert. "Für Business Schools und die Ausbildung von Managern und Führungskräften sehe ich hier eine besondere Verantwortung", so Professor Kaplan.

Positive Impact Rating soll tiefgreifende Transformation anstoßen

Das neue Ratings soll als Hebel für eine tiefgreifende Transformation von Business Schools dienen und das Lernen auf Ebene der einzelnen Hochschule, aber auch  hochschulübergreifend ermöglichen. Zudem erhalten die Studierenden und die Hochschulleitung kostenlosen Online-Zugang zu den Ergebnissen ihrer Schule und dem Durchschnitt aller teilnehmenden Schulen.


Hier geht`s zur Website des Positive Impact Rating.


Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Business School hält, was sie verspricht?

Finanzthemen stehen für MBA-Interessenten über Leadership und Strategie

Harte Auslese bei MBA-Bewerbern

Schlagworte zum Thema:  MBA, Studium, Weiterbildung