| Praxisbeispiel

Porsche setzt auf flexiblere Arbeitszeiten

Im Stuttgarter Stammwerk sollen die Porsche-Mitarbeiter künftig weniger arbeiten.
Bild: Porsche

Personaler müssen Lösungen für die zunehmende Überlastung der Arbeitnehmer und Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität finden. Nun hat Porsche seine Pläne dazu offengelegt. Der Autobauer setzt auf flexiblere Arbeitszeiten, Weiterbildung und Kinderbetreuung.

Im Stuttgarter Stammwerk soll für 3.300 Mitarbeiter in der Produktion bei vollem Lohnausgleich die Arbeitszeit um eine Stunde auf 34 Wochenstunden verkürzt werden. Zugleich können aber in Zukunft auch mehr Mitarbeiter 40 Stunden in der Woche arbeiten. Dies sei die Kompensation für die wachsende Belastung der Mitarbeiter, sagte der baden-württembergische IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. Vorstandschef Matthias Müller betonte, damit solle die Wettbewerbsüberlegenheit nachhaltig abgesichert werden.
Die bisherige tarifliche Regelung sah vor, dass nur 18 Prozent der Entwickler 40 Stunden arbeiten dürfen. Personalvorstand Thomas Edig sagte, viele Entwicklungsprojekte könnten nicht mehr zeitnah abgewickelt werden. Künftig könne im Entwicklungszentrum in Weissach die Quote auf 90 Prozent erhöht werden. In der Produktion liegt die Regelarbeitszeit bei 35 Wochenstunden. Das Durchschnittsalter in der Produktion beträgt 40 Jahre.

Kinderbetreuungsplätze für die gute Arbeitgebermarke

Mit der Vereinbarung wollen Porsche und der Betriebsrat auch gegen den Fachkräftemangel angehen. Betriebsratschef Uwe Hück sagte: "Wir wollen profitabel sein und gleichzeitig auch den sozialen Aspekt dabei haben." Edig erklärte weiter, mit den gefundenen Lösungen solle auch die Attraktivität des Autobauers als Arbeitgeber erhöht werden. Im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen sowie im Entwicklungszentrum sollen auch Kinderbetreuungsplätze eingerichtet werden.
Die Vereinbarung sieht auch vor, dass die individuelle Arbeitszeit künftig befristet für eine bestimmte Anzahl von Mitarbeitern für Weiterbildung, Erziehung oder Pflege in einem Korridor von 20 bis 35 Wochenstunden variieren kann. Die Regelungen haben eine Laufzeit bis zum Jahr 2016.
Für den Standort in Leipzig mit seinen rund 1.000 Beschäftigten gilt die neue Betriebsvereinbarung nicht. Der Grund: Leipzig ist ein Tochterunternehmen mit einem eigenen Haustarifvertrag. Die Wochenarbeitszeit beträgt 38 Wochenstunden, wie ein Sprecher mitteilte.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitszeit, Weiterbildung, Kinderbetreuung, Arbeitgeberattraktivität

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