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Das Thema Pflege gehen Arbeitgeber gelassen an

Pflege von Angehörigen: Arbeitgeber warten laut Umfrage ab, bis mehr Handlungsbedarf entsteht.
Bild: Haufe Online Redaktion

Bisher hat sich jeder zweite Arbeitgeber mit dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege beschäftigt, zeigt eine Umfrage. Allerdings nur ein Drittel bietet auch entsprechende Maßnahmen an. Und die Angebote kommen oft nicht bei den Beschäftigten an. Der Grund: zu viel Zeit.

Lediglich 17 Prozent der befragten Beschäftigten bestätigen, dass ihr Arbeitgeber betriebliche Lösungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege anbietet. Als Grund, sich nicht stärker im Themenfeld Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu engagieren, geben 65 Prozent der Arbeitgeber an, dass die Notwendigkeit für betriebliches Handeln erst in ein paar Jahren bestehen werde, wenn die Zahl Pflegebedürftiger weiter zugenommen habe. Diese Ergebnisse zeigt die Umfrage „Beruf und Pflege“ auf, für das Mienugnsforschungsinstitut GFK 500 Arbeitgeber und 500 Beschäftigten ab 35 Jahren befragt hat. Beauftragt wurde die Umfrage von der Inititative Beruf und Familie gGmbH.

Arbeitgeber scheinen die falschen Angebote zu machen

Arbeitgeber bieten mehrheitlich die von Beschäftigten gewünschten flexiblen Arbeitszeitmodelle und Arbeitszeitkonten an. Allerdings seien die von den Arbeitnehmern für sinnvoll erachteten finanzielle Hilfen und bezahlte Freistellungen zu wenig verbreitet, bemängeln die Studienautoren. Die Möglichkeit zur Arbeitszeitreduzierung und unbezahlte Freistellungen bieten die Arbeitgeber dagegen in einem höheren Umfang an, als er von den Beschäftigten für sinnvoll erachtet wird.

Fehlende Strategie trifft auf mangelnde Kommunikation

"Hier treffen zwei wichtige Aspekte zusammen", erklärt Stefan Becker, Geschäftsführer der Beruf und Familie gGmbH, "die fehlende strategische Auseinandersetzung und die mangelnde Kommunikation mit den Beschäftigten. 84 Prozent der Arbeitgeber geben beispielsweise an, dass sie Schwierigkeiten beim Einstieg in das Thema haben, weil ihnen Praxishilfen fehlen. Auch der angeblich hohe organisatorische Aufwand (84 Prozent) und eine erwartete Kostenintensität (80 Prozent) stehen einem Ausbau der Maßnahmen im Weg. Dieses Zögern muss dringend einer Offensive weichen, in der die pflegegerechte Personalpolitik strategisch angelegt ist. Dabei ist es wichtig, gemeinsam mit den Beschäftigten Lösungen zu erarbeiten. Reden Arbeitgeber und Beschäftigte nicht miteinander, können auch keine passgenauen Angebote entstehen."

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