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| HR-Barometer

Personaler sehen Verbesserungsbedarf bei Langzeitzielen

Wollen Personaler hoch hinaus, müssen sie langfristig denken.
Bild: PhotoDisc Inc.

Erfolgreich bei kurzfristigen Themen, aber mit Nachholbedarf bei längerfristigen Zielen – so schätzt sich die HR-Zunft laut einer Studie selbst ein. Hauptgrund sind laut den Befragten HR-Verantwortlichen ineffektive Key Performance Indicators (KPIs).

Die ineffektiven KPIs würden der Glaubwürdigkeit der HR-Verantwortlichen im Unternehmen schaden, geben die Befragten aus 44 führenden, europäischen Unternehmen an. So sei es oft nicht möglich, langfristig notwendige Programme im Führungskräftekreis durchzusetzen.

Bei kurzfristigeren Themen wie der Reduzierung der Arbeitskosten, der Verbesserung der Governance sowie der Führungskräfteentlohnung seien HR-Manager deutlich erfolgreicher, so die Studie. "Doch das reicht nicht, um die Weichen in Europa wieder nachhaltig auf Wachstum zu stellen", so Dr. Wolf-Bertram von Bismarck, Leiter des Bereichs Talent in EMEA bei Aon Hewitt. "Unternehmen müssen aktiv in ihre Prozesse, ihre Mitarbeiter und deren Fähigkeiten investieren." So sei es erfreulich, dass 64 Prozent der Unternehmen das Engagement ihrer Mitarbeiter messen, immerhin 24 Prozent mehr als 2012. Allerdings kümmert sich laut der Untersuchung nur knapp ein Drittel dann tatsächlich um die Umsetzung entsprechender HR-Maßnahmen oder wiederholt die Erhebung zur Maßnahmenkontrolle.

Lohnsysteme als Problem, Talentmanagement als Chance

Die Studie "HR-Barometer" zeigt außerdem auf, dass Unternehmen große Schwierigkeiten haben, ihre Entlohnungssysteme effektiv und effizient zu gestalten. So gibt es laut der Studie beispielsweise Probleme im länderübergreifenden Management von Benefits. Als Gründe werden unter anderem Hindernisse bei der Informationsbeschaffung zu den lokalen Plänen, fehlende Governance-Prozesse aber auch mangelnde Unterstützung durch die lokalen Verantwortlichen genannt.

Mit den Thema "Diversity & Inclusion" scheinen es die europäischen HR-Verantwortlichen nicht sonderlich ernst zu nehmen, so ein weiteres Resultat der Studie. Zwar erkennen 57 Prozent "Diversity & Inclusion" als strategisches Thema an, für 43 Prozent gehört es sogar zu den obersten Prioritäten. Allerdings verfügt nicht einmal die Hälfte über ein Diversity-Programm, nur gut 40 Prozent sehen die Notwendigkeit, eines aufzusetzen. Insgesamt gibt es zum Thema nur sehr wenige Aktivitäten in den Unternehmen.

Trotz der Vernachlässigung von Diversity führt das Talentmanagement die Liste der langfristigen Prioritäten an, dicht gefolgt von der Führungskräfteentwicklung. Zweitrangige Themen sind Nachfolge- und Personalplanung sowie die Verbesserung der Leistung der HR-Abteilungen.

Prioritäten und Bedürfnisse der HR-Abteilungen

Im Ranking der Faktoren, die sich HR-Verantwortliche zur Verbesserung ihrer Arbeit wünschen, sind vor allem sinnvolle HR-Metriken und KPIs, integrierte IT-Systeme sowie mehr Glaubwürdigkeit gegenüber den anderen Geschäftsbereichen zu finden. Zumindest aber sehen sich die Personalmanager mit der Transformation ihrer HR-Abteilungen auf dem Weg hin zu einer strategischeren Rolle im Unternehmen. Hier geben sie sich selbst durchweg gute Noten, ganz im Gegensatz zum operativen Geschäft. In diesem Bereich schätzen sich die Verantwortlichen deutlich schlechter ein als in der Vergangenheit.

"Viele europäische HR-Manager befinden sich de facto in einem Teufelskreis", erläutert von Bismarck. "Mangelhafte IT-Systeme und Prozesse führen zu mangelhaften KPIs. In Kombination mit operativen Schwächen untergräbt dies die Glaubwürdigkeit der Verantwortlichen und damit die Fähigkeit, langfristige strategische Themen durchzusetzen. Und das wiederum erweckt schnell den Anschein, als wären sie auch mit HR-strategischen Themen überfordert."

Über die Studie

Die Studienergebnisse des HR-Barometers weisen seit 2006 jährlich Schlüsselthemen und Trends der künftigen HR-Arbeit im gesamten europäischen Raum aus. Teilnehmer waren HR-Verantwortliche von 44 führenden Unternehmen – davon 70 Prozent börsennotiert – aus 13 verschiedenen Ländern.

Haufe Online Redaktion

Vergütung, Diversity, Talent Management

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