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Weiterbildung sorgt häufig für Überforderung

Ständige Weiterbildung überfordert viele Arbeitnehmer.
Bild: Haufe Online Redaktion

Mehr als jeder Zehnte Erwerbstätige fühlt sich laut einer Umfrage sehr häufig oder häufig überfordert, weil sein Arbeitgeber von ihm erwarte, sich ständig auf dem neuesten Stand zu halten. Die Befragten messen der Weiterbildung aber auch eine steigende Bedeutung zu.

Das ist das Ergebnis einer einer bundesweiten Umfrage unter 1.005 Erwerbstätigen zum Thema "Schöne neue Lernwelt? Berufliche Weiterbildung im Wandel" der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW), Berlin. Insgesamt rechnen der Studie zufolge 74 Prozent der Befragten damit, dass Weiterbildung in ihrem Beruf in zehn Jahren wichtiger sein wird als heute.

Technologischer Wandel fordert Tribut

Lernen sei zu einer stetigen Herausforderung geworden, weil sich Technologien in immer kürzeren Abständen wandeln, so Professor Ada Pellert, Präsidentin der DUW. "Wissen ist überall und jederzeit abrufbar, veraltet aber auch schneller als früher. Die Überforderung vieler Menschen rührt häufig aus dieser Beschleunigung, verknüpft mit steigenden Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt."

Der Umfrage zufolge halten 56 Prozent der Arbeitnehmer Weiterbildung in ihrem derzeitigen Beruf für zwingend erforderlich, 32 Prozent für hilfreich. Der Wert steigt mit dem Bildungsabschluss der Befragten: bei denjenigen mit Abitur oder Studium sind es 66 Prozent, die für Weiterbildung plädieren, bei den Berufstätigen mit Hauptschul- oder mittlerem Abschluss  jeweils 44 Prozent.

Arbeitnehmer zeigen Selbstverantwortung

In der Pflicht, Weiterbildung anzubieten, sind nach Auffassung der Befragten vor allem die Arbeitgeber. 71 Prozent fordern bessere Lern- und Weiterbildungsangebote im eigenen Betrieb. Darunter fallen zum Beispiel mehr Angebote, aktuellere Inhalte und eine Übernahme der Kosten. In der Pflicht, mehr Eigeninitiative und Selbstverantwortung für Weiterbildung zu zeigen, sehen sich 60 Prozent.

Für die Studie hat die DUW auch Experten befragt. Sie fordern neben formalen Weiterbildungsmaßnahmen wie Zertifikaten und Studiengängen dem informellen Lernen am Arbeitsplatz eine wachsende Bedeutung einzuräumen. Informelles Lernen könne außerdem eine wirksame Hilfe gegen das Gefühl der Überforderung bieten und kombiniert mit formalen, individuellen Lernangeboten das lebenslange Lernen begleiten. Notwendige Voraussetzung sei eine lernfreundliche Unternehmenskultur und Angebote zum gemeinsamen Lernen und Erfahrungsaustausch.

Haufe Online Redaktion

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