29.08.2012 | Personalentwicklung

Lustloses Lernen kostet zu viel

Ein Wechsel aus Anspannung und Entspannung trägt zum erfolgreichen Lernen bei.
Bild: Haufe Online Redaktion

Wer bei der Weiterbildung nur lustlos lernt, kann bisweilen ebenso erfolgreich sein wie jemand, der begeistert bei der Sache ist. Aber: Das lustlose Lernen kostet ungleich mehr. Das bestätigt Psychologe Thomas Martens, der eine internationale Tagung über Motivationsforschung organisiert.

"Man muss sich klar sein, dass Lernen mit und ohne Motivation funktioniert", sagt Martens in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Es kann sogar zum gleichen Ergebnis führen. Aber Lernen ohne Motivation ist mit viel höheren Kosten verbunden." Eine der Kosten: Der Lernende habe kein Interesse an den Lerninhalten, nur an dem Lernergebnis - der Note, dem Studienabschluss, einem guten Job. "In unserer Wissensgesellschaft ist das zu wenig", findet Martens. Unter anderem, weil das Erlernte nicht tiefer verankert wird und weil später kein Interesse besteht, sich weiterzuentwickeln.

Im Gegensatz zu einer rein zielorientierten Motivation steht für Martens eine intrinsische Motivation. Das Problem: Sie muss aus dem Lernenden selbst kommen, kann nur schwer vermittelt werden. "Man kann diese Regulationsprozesse nicht von außen steuern", sagt Martens. Damit sich der Lernende selbst motivieren kann, müssen die Rahmenbedingungen stimmen.

Lernen in drei Phasen

Aus Sicht des Motivationsforschers läuft Lernen in drei Phasen ab: Zuerst muss der Lernende eine Grundmotivation für die Lerninhalte entwickeln. Das setze voraus, dass er eine gewisse Auswahlmöglichkeit habe. "Nur dann kann er wirklich Verantwortung übernehmen für sein Lernfeld."

Zweite Bedingung für Selbstmotivation: Die Lernmethode müsse passen. Es müssten nicht nur verschiedene Zugänge angeboten werden - der Lernende müsse die Entscheidung auch unbeeinflusst treffen können. "Das ist von zentraler Bedeutung für eine tiefgreifende Motivierung."

Erst im dritten Schritt komme das eigentliche Lernen. Hier hält der Experte einen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung für sinnvoll. Beides sei gleich wichtig: sich anzuspannen, um sich in das Thema reinzuknien, und sich zu entspannen, um einen kreativen Lösungsprozess in Gang zu setzen. Man dürfe sich weder zu sehr verbeißen, noch zu sehr ablenken lassen - die Balance zu finden, "das ist die große Schwierigkeit".

Motivationskonferenz in Frankfurt

Die von Martens organisierte Konferenz findet alle zwei Jahre in einem anderen Land statt. Zur "International Conference on Motivation" vom 28. bis 30. August reisen über 250 Wissenschaftler nach Frankfurt am Main.

Schlagworte zum Thema:  Personalentwicklung, Weiterbildung, Motivation, Lernen

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