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| Nichtrauchertag

Passivrauchen am Arbeitsplatz noch nicht völlig passé

Rauchen am Arbeitsplatz: Noch sind einige Arbeitnehmer vom Passivrauch betroffen.
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Rund elf Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind täglich Tabakrauch ausgesetzt, weitere zwölf Prozent rauchen an ihrem Arbeitsplatz gelegentlich passiv. Diese Studienergebnisse zeigen Handlungsbedarf auf. Der Betriebsärzteverband VDBW gibt Tipps.

Die Ergebnisse der Studie von der Europäischen Kommission im Rahmen des Eurobarometers geben den Arbeitgebern und Arbeitnehmern Aufgabe auf – auch jenseits der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Zum Anlass des diesjährigen Nichtrauchertags nimmt der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. (VDBW) Stellung.

"Die Bedeutung des betrieblichen Nichtraucherschutzes ist aktueller denn je: Nach wie vor sind viele Beschäftigte an ihrem Arbeitsplatz Passivrauch ausgesetzt. Viele Betriebe haben schon den Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz zufriedenstellend geregelt, andere müssen von ihrem Beispiel noch lernen", erklärt Dr. med. Wolfgang Panter, Präsident des VDBW.

Jeder Arbeitnehmer hat den Anspruch für einen rauchfreien Arbeitsplatz. Die Arbeitsstättenverordnung verpflichtet den Arbeitgeber nach § 5, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um die nichtrauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren des Tabakrauchs zu schützen. Betriebsärzte sind hier zentrale Ansprechpartner:

Kultur des Nichtrauchens in den Unternehmen fördern

Neben den gesetzlichen Vorschriften spielen auf dem Weg zu einem rauchfreien Büro auch individuelle Verhaltensmuster von Arbeitgebern und Arbeitnehmern eine entscheidende Rolle. Dr. med. Wolfgang Panter weiß: "Egal wie streng die gesetzlichen Vorschriften gegen Passivrauchen sind, sind sie ohne eine Kultur der individuellen Verhaltensprävention nur zum Teil wirksam. Der Schlüssel liegt in der Verhaltensänderung der Betroffenen – Passivraucher sollen nicht passiv bleiben."

Der beste Weg wäre, direkt mit den rauchenden Kollegen zu reden. Wenn sich unter den Kollegen keine Einigung erzielen lässt, ist ein Gespräch mit dem Vorgesetzten notwendig. Diesem sollte deutlich gemacht werden, dass Nichtraucherschutz kein privates Anliegen ist, sondern eine gesetzliche Vorschrift, um Nichtraucher wirksam vor Gesundheitsschäden durch Tabakrauch zu schützen.

Außerdem kann ein Gespräch mit dem Betriebsrat hilfreich sein. Seine Aufgabe ist es, über die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, wie auch des § 5 der Arbeitsstättenverordnung, zu wachen und sich aktiv durch Betriebsvereinbarungen daran zu beteiligen. Auch der Betriebsarzt kann im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) enorm bei der Umsetzung des Nichtraucherschutzes helfen: Ihm sind die Gefahren des Passivrauchens bekannt und er wird aus medizinischer Sicht die Dringlichkeit der Umsetzung der Arbeitsstättenverordnung vorantreiben.

Haufe Online Redaktion

Rauchen, Arbeitsplatz, Gesundheitsmanagement, Betriebsarzt, Unternehmenskultur

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