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| Online-MBA

Verschwindet der Klassenverband?

Dieses Bild könnte bei MBA-Programmen bald der Vergangenheit angehören: Immer mehr Schulen setzen auf Online-Lernen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Online-MBA-Programme sind flexibel und erfordern weniger Reiserei als Präsenz-Programme – bieten den Teilnehmern aber auch weniger Raum für persönlichen Kontakt. Läuten die Business Schools mit Online-Programmen den Abschied von der Klassenstruktur ein? Bärbel Schwertfeger hat nachgeforscht.

MBA-Programme, bei denen die Studenten die Mehrzahl der Module online absolvieren, bieten bereits viele Business Schools an – so etwa die IE Business School aus Madrid: Bei ihrem Global MBA-Programm wird vorwiegend im Live-Unterricht vor dem Computer gelernt. Für das 15-monatige Programm müssen die Teilnehmer lediglich zwei Wochen Präsenzunterricht einplanen.

Online-MBA-Programme immer beliebter

Das IE-Programm ist nur ein Beispiel von vielen berufsbegleitenden MBA-Programmen, die vorwiegend online stattfinden. Diese Art zu studieren wird offenbar immer beliebter. Das bestätigt Michael Desiderio, Direktor des EMBA Council, einer Vereinigung von Anbietern von Executive-MBA-Programmen: Die Zahl der Präsenzphasen in den berufsbegleitenden MBA-Studiengängen sei in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, dafür seien die einzelnen Module länger geworden. Zudem werde immer mehr Lernmaterial online zur Verfügung gestellt.

Doch bleibt mit zunehmender Digitalisierung der Programme das Lernen im Klassenverband auf der Strecke? Die Journalistin und MBA-Expertin Bärbel Schwertfeger ist dieser Frage für die aktuelle Ausgabe des Personalmagazins nachgegangen.

Erschwert der "Baukasten-MBA" das Netzwerken?

Der intensive Austausch und das Lernen voneinander gehört für die Business-School-Expertin zu den wichtigsten Vorteilen eines MBA-Programms. Ihre Recherche zeigt: Um auch bei Online-Programmen den Austausch der Teilnehmer untereinander zu gewährleisten, setzen einige Business Schools weiterhin auf den Klassenverband – so etwa die ESCP Europe oder die Mannheim Business School: "Es ist unsere Überzeugung, dass ein MBA-Programm ein klares, in sich geschlossenes Ausbildungskonzept besitzen sollte und die Teilnehmer in einer Kohorte fest verwurzelt sein sollten", so Professor Jens Wüstemann, Präsident der Mannheim Business School.

Ein MBA im reinen Baukastensystem – bei dem die Teilnehmer also die Module komplett frei auswählen können und nicht mehr in Kohorten organisiert sind – wäre für Wüstemann keine Option. Denn damit würde der Vorteil des intensiven Mit- und Voneinanderlernens verloren gehen und es ließe sich nur schwer ein nachhaltiges persönliches Netzwerk aufbauen.

"Der Klassen-Ansatz ist längst überholt"

Prinzipiell gut findet das Baukastensystem Professor Jürgen Weigand, akademischer Direktor für MBA-Programme an der WHU – Otto Beisheim School of Management mit Standorten in Vallendar und Düsseldorf. Natürlich sei der fehlende Klassenverband ein Thema. Allerdings sehe er kein Problem, wenn die Teilnehmer jeweils in bestehende Voll- oder Teilzeitprogramme integriert werden, sagt der WHU-Professor.

Eine ganz andere Ansicht zum Thema "Klassenverband" vertritt Professor Peter Lorange, Honorary Chairman des Lorange Institute of Business in Zürich: Für ihn sei der Klassen-Ansatz längst überholt, sagt er gegenüber MBA-Expertin Schwertfeger. "Der heutige MBA-Student sucht nach kurzen, modularen Lerninputs und schätzt flexible Angebote, die es ihm ermöglichen, Lernen und Job zu kombinieren", so Lorange. Und wenn die Teilnehmer in wechselnden Gruppen zusammenkommen, entspreche dies auch der Realität im Arbeitsalltag, wo Mitarbeiter immer wieder in neuen Projektteams arbeiten müssen.

Den kompletten Beitrag "Abschied von der Klasse?" finden Sie in Ausgabe 05/2015 des Personalmagazins. Hier können Sie sich unsere aktuelle Personalmagazin-App herunterladen, um den Text zu lesen.

Hinweis: Möchten Sie mehr zum Nutzen eines MBA-Programms erfahren? Auf der Messe Personal Süd 2015 diskutiert MBA-Expertin Bärbel Schwertfeger mit Vertretern aus Unternehmen und Business Schools die Frage: "Was bringt ein MBA?"

Die Podiumsdiskussion, die vom Personalmagazin präsentiert wird, findet am ersten Messetag, den 19.05.2015, von 14:45 – 15:30 Uhr im Praxisforum 2, Halle 6, statt.

Weitere Infos zur Podiumsdiskussion finden Sie im Vortragsprogramm der Haufe Gruppe unter kampagne.haufe.de.

Haufe Online Redaktion

MBA, Business School, Personalentwicklung, Führungskräfteentwicklung

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