03.11.2010 | HR-Management

Norm für gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen

Eine neue ISO-Norm stellt Unternehmen und Organisationen eine genaue Anleitung zur Verfügung,  um ihre gesellschaftliche Verantwortung systematisch zu identifizieren und zu priorisieren.

Zum ersten November hat die internationalen Normungsorganisation ISO mit der neuen Norm ISO 26000 einen internationalen Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen herausgebracht. Der Leitfaden richtet sich an Unternehmen, aber auch an Nichtregierungsorganisationen oder öffentliche Einrichtungen, die ein Interesse daran haben, sich nach international breit akzeptierten Kriterien für gesellschaftliche Verantwortung zu richten. Ziel der neuen Norm ist, eine Orientierungshilfe zu bieten zu den grundlegenden Prinzipien, Kernthemen und Handlungsfeldern gesellschaftlicher Verantwortung und Hinweise zu geben, wie gesellschaftlich verantwortliches Verhalten in bestehende Strategien, Systeme, Verfahrensweisen und Prozesse einer Organisation integriert werden kann.

Die internationale Norm ISO 26000 hat den Charakter eines Leitfadens, dessen Einführung freiwillig ist und nicht als Grundlage für eine Zertifizierung dienen soll.

Der Generalsekretär der ISO, Rob Steele, kommentierte die Veröffentlichung: „ISO 26000 unterscheidet sich von bereits bestehenden Initiativen zum Thema gesellschaftliche Verantwortung durch den breiten internationalen Konsens, der erzielt wurde und in dem man sich auf die zentralen Punkte geeinigt hat. So haben Vertreter von Entwicklungsländern, Unternehmen, Regierungen, Verbraucher-, Arbeitsschutz- und Nichtregierungsorganisationen mitgearbeitet.“ Von deutscher Seite aus haben Vertreter der Wirtschaft, der öffentlichen Hand, der Verbraucherschaft, der Nichtregierungsorganisationen, der Gewerkschaften sowie Ethikexperten aus Beratung und Wissenschaft die nationalen Interessen beraten und auf internationaler Ebene eingebracht. Zuletzt hatte sich Deutschland allerdings bei der internationalen Schlussabstimmung enthalten, weil das deutsche Spiegelgremium keinen Konsens zu dem Papier fand.

Dr. Michael Wimmer, Regierungsdirektor im Referat für internationale Arbeits- und Sozialpolitik im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, knüpft trotzdem hohe Erwartungen an das Dokument: „Mit diesem Leitfaden wird ein überfälliger Standard gesetzt, von dessen ausgesprochen flexiblem Ansatz sich jedoch niemand überfordert fühlen muss. Die ISO 26000 wird zu spürbar mehr Nachhaltigkeit beitragen. Organisationen, die Verantwortung ernst nehmen, werden den neuen Standard rasch schätzen lernen.“

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