10.11.2016 | Top-Thema Mobile Recruiting

Mobile Recruiting: Keinen Bewerber verpassen

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Mobile Recruiting wird sich durchsetzen. Immer weniger Bewerber sind bereit, umständliche Bewerbungsprozesse hinzunehmen.
Bild: Pixabay

Mobile Recruiting wird sich durchsetzen. Dafür sprechen die sich rasant verändernden Nutzergewohnheiten. Unternehmen müssen den Kandidaten die mobile Jobsuche und Bewerbung so leicht wie möglich machen. Ansonsten werden sie Bewerber verlieren.

Wir bestellen bei Amazon per One-Click-Funktion, erledigen unsere Bankgeschäfte per App und für die Reservierung im Restaurant genügen wenige Klicks – die Digitalisierung beeinflusst längst alle Bereiche unseres Lebens. Insbesondere mobile Anwendungen erleichtern uns vieles, indem sie Prozesse beschleunigen und unser Handeln unmittelbar „belohnen“, sei es in Form einer direkten Versandbestätigung oder Reservierungsbestätigung per Mail. Und die mobile Internetnutzung wird in Zukunft noch mehr Lebensbereiche noch tiefer durchdringen.

Die Erwartungshaltung der Kandidaten ändert sich

Naturgemäß macht die mobile Revolution auch vor Bewerbern und Recruitern nicht Halt. Die selbstverständliche Nutzung mobiler Angebote in anderen Lebensbereichen führt zu einer Erwartungshaltung, die sich auch auf die Jobsuche überträgt. Wer ein passendes Stellenangebot findet und es gewohnt ist, alles bequem mit seinem Smartphone zu erledigen, stellt sich zu Recht folgende Fragen: Warum soll ich mir die Mühe machen, mich für die Bewerbung zu Hause an meinen Desktop-PC zu setzen, um die Felder eines langen Bewerbungsformulars auszufüllen? Warum sollte ich hinnehmen, durchschnittlich vier Wochen lang auf ein erstes Feedback des rekrutierenden Unternehmens zu warten?

Viele Bewerber springen ab

Tatsächlich sind immer weniger Kandidaten bereit, umständliche Bewerbungsprozesse hinzunehmen. Ergebnisse der StepStone-Trendstudie 2016 zeigen, dass 41 Prozent der Fachkräfte in Deutschland von einer Bewerbung absehen, wenn der Prozess zu kompliziert ist. Rund ein Fünftel (23 Prozent) verzichtet auf eine Bewerbung, wenn die Nutzung eines Online-Formulars vorausgesetzt wird. Eine Studie der Digitalagentur Wollmilchsau ergab, dass nur 20 Prozent derjenigen Jobsuchenden, die beim mobilen Bewerbungsversuch enttäuscht wurden, die Bewerbung zu einem späteren Zeitpunkt am Laptop oder Desktop nachholen. 80 Prozent der potenziellen Bewerber gehen verloren. Gerade hoch qualifizierte und entsprechend selbstbewusste Fachkräfte, die in fester Anstellung sind, überlegen es sich unter solchen Umständen noch einmal mit einer Bewerbung.

Jede zweite Suchanfrage erfolgt mobil

Wer seine Bewerbungsprozesse nicht mobil optimiert, verliert also schon heute Bewerber. Aktuelle Zahlen belegen, dass Mobile Recruiting hoch relevant für erfolgreiches Recruiting ist: Zwei von drei Fachkräften nutzen schon heute das Smartphone für die Jobsuche. Rund jede zweite Suchanfrage auf der Jobbörse StepStone erfolgt über Mobilgeräte. Die Zahl der mobilen Bewerbungen per StepStone 1-Click-Bewerbung steigt kontinuierlich. 80 Prozent der Fachkräfte in Deutschland würden ihr Smartphone laut StepStone-Trendstudie gerne stärker für Jobsuche und Bewerbung nutzen. Voraussetzung dafür sind mobil lesbare Stellenanzeigen und unkomplizierte Bewerbungswege. Aus diesen Zahlen ergibt sich ein klarer Auftrag an die Personalverantwortlichen in den Unternehmen, denn in der Praxis funktioniert Mobile Recruiting in den meisten Fällen nicht einmal ansatzweise.

Umdenken bei Personalern gefragt

Die Gründe für die zögerliche Anpassung der Unternehmen sind vielfältig: Zum einen ist die Umstellung der eigenen Karrierewebsite, der Stellenanzeigen sowie der Bewerbungsprozesse eine technische Herausforderung. Oftmals haben Personalverantwortliche jahrelang für den Einsatz einer teuren Bewerbermanagement-Software gekämpft. Vielfach fällt es schwer, intern ein aktuelleres beziehungsweise zusätzliches Angebot durchzusetzen. Oftmals liegt eine Umstellung des Internetauftritts und seiner Funktionalitäten auch nur begrenzt in der Hand der Personalabteilungen. Zum anderen setzt eine solche Umstellung einen Paradigmenwechsel bei den Recruitern voraus. Nur wenn Unternehmen und Recruiter sich nachhaltig darauf verständigen, dass sie es Bewerbern so leicht wie möglich machen wollen, wird es gelingen, das Thema durchzusetzen.

Zusätzlich herrscht in einigen Personalabteilungen leider noch immer eine gewisse Skepsis gegenüber mobilen Bewerbungsoptionen vor. Wir erinnern uns: Vor zehn Jahren waren viele der Meinung, die E-Mail-Bewerbung werde sich nicht durchsetzen. Sie sei unseriös. Überhaupt könne es ein Bewerber, der sich nicht einmal die Mühe mache, eine postalische Bewerbung zu verfassen, nicht ernst meinen. Dieselben Argumente werden heute wieder vorgetragen, wenn es um die mobile Bewerbung geht – aber mittlerweile ist die E-Mail-Bewerbung der meistgenutzte und ein absolut akzeptierter Bewerbungsweg.

Was ein gutes Mobile Recruiting ausmacht

Arbeitgeber, die potenziellen Bewerbern alle Möglichkeiten für einen angenehmen, schnellen Bewerbungsprozess eröffnen, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen, die sich auf Bewerbungen per E-Mail oder in Papierform beschränken. Ziel des Mobile Recruiting ist, den Kandidaten alle Kontaktpunkte zum rekrutierenden Unternehmen auch mobil zugänglich zu machen – ohne Qualitätsverlust in Punkto Lesbarkeit, Inhalt und Funktionalität. Dazu zählt zum einen eine mobil optimierte Darstellung der Stellenanzeige auf der eigenen Karrierewebsite und auf Jobbörsen, aber auch die Suchfunktion im eigenen Karrierebereich. Laut Wollmilchsau-Studie hatte 2015 jedes zweite DAX-30-Unternehmen (49 Prozent) seine Karriereseite für den mobilen Einsatz optimiert, 43 Prozent seine unternehmensinterne Jobbörse.

Neben der Jobsuche meint Mobile Recruiting auch die Möglichkeit, sich per Smartphone zu bewerben – sei es per E-Mail oder über ein mobil optimiertes Bewerbungsformular des rekrutierenden Unternehmens. Heute sehen sich viele Kandidaten dazu gezwungen, den Bewerbungsversuch per Smartphone abzubrechen. Die Formulare sind mobil schlicht nicht vernünftig bedienbar. Nur jede fünfte Karriereseite der DAX-30-Unternehmen (20 Prozent) konnte 2015 ein auf die Bedürfnisse mobiler Bewerber ausgelegtes Bewerbungsformular vorweisen. Selbst per Desktop-PC benötigen Bewerber oftmals viel Zeit, um die umfangreichen Bewerbungsformulare durchzuarbeiten. Mit den komfortablen One-Click-Anwendungen anderer Lebensbereiche hat das nur wenig gemein.

Keinen Bewerber verpassen

Jobbörsen bieten Lösungen sowohl für die optimale mobile Lesbarkeit von Stellenanzeigen als auch für den mobilen Bewerbungsweg. So werden bei StepStone veröffentlichte Stellenanzeigen im Liquid Design auch auf Smartphones optimal dargestellt – die Inhalte der Anzeige passen sich fließend dem genutzten Endgerät an. Besonders für Unternehmen, deren eigenes Bewerbermanagementsystem noch nicht mobil nutzbar ist, empfiehlt es sich, auf die von manchen Jobbörsen angebotenen Bewerbungsoptionen zurückzugreifen, um keinen Bewerber zu verpassen. Kunden von StepStone beispielsweise erhalten von Kandidaten abgeschickte 1-Click-Bewerbungen in Form einer E-Mail – übersichtlich und einheitlich strukturiert: Name, E-Mail-Adresse, Nachricht (Anschreiben) und Anlagen sind auf einen Blick verfügbar.

Autorin: Inga Rottländer, PR Manager bei StepStone Deutschland

Checkliste: Mobile Stellenanzeigen

Das wichtigste auf einen Blick: Was Sie bei der Gestaltung von mobil-optimierten Stellenanzeigen beachten sollten, erfahren Sie in der Checkliste "Mobile Stellenanzeigen", die Sie hier kostenlos downloaden können.

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