| Mobile Recruiting

Nachholbedarf in Sachen mobile Karriereseiten

Kurz auf dem Smartphone die Jobanzeigen gecheckt: Für Bewerber ist das Alltag - für Recruiter noch nicht.
Bild: Haufe Online Redaktion

Immer mehr Bewerber suchen zuerst auf dem Smartphone nach Jobs. Doch viele deutsche Arbeitgeber sind darauf noch nicht eingestellt, wie eine Umfrage der Jobbörse Indeed zeigt. Viele planen jedoch immerhin die mobile Optimierung ihrer Job- und Karriereseiten.

Von mehr als 500 teilnehmenden HR-Verantwortlichen bei der Indeed-Umfrage gaben nur zwölf Prozent an, dass sie ihre Job- und Karriereseiten sowie ihre Bewerbungsprozesse für mobile Geräte wie Tablets oder Smartphones bereits optimiert haben. Immerhin 23 Prozent der Befragten planen, ihre Seiten für mobile Geräte zu optimieren. 31 Prozent wollen diesen Trend weiter im Auge behalten und dann entsprechend reagieren. Aber rund ein Drittel der Befragten (34 Prozent) zeigten kein Interesse am Thema Mobile Recruiting.

Mobile Jobsuche: Diskrepanz zwischen Nachfrage und Angebot

Das kommt auf der Kandidatenseite nicht gut an, denn die Ansprüche sind da: Eine Umfrage von Indeed aus dem Jahr 2014 hat gezeigt, dass 60 Prozent der deutschen Kandidaten auf mobilen Geräten nach freien Stellen suchen.

 „Das Ergebnis der Umfrage überrascht und zeigt, dass die deutschen Arbeitgeber nur unzureichend auf das schnelle Wachstum bei Mobile Recruiting vorbereitet sind. Hier besteht eine mobile Diskrepanz, da Arbeitnehmer fast aller Altersgruppen zunehmend über Tablet und Smartphone auf Job- und Karriereseiten von Unternehmen zugreifen und auch erwarten, dass Bewerbungsprozesse einfach mobil möglich sind. Unternehmen, Karriereportale und Jobseiten sollten daher in mobile Angebote für die Jobsuche investieren, damit die Unterschiede zur Nachfrage bei den Bewerbern nicht noch größer werden“, kommentiert Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed DACH, die Ergebnisse der Studie.

Darum zögern Arbeitgeber

Warum aber bieten bislang nur wenige Unternehmen mobil optimierte Karriereseiten? 30 Prozent der aktuell befragten Personalentscheider befürchten einen Rückgang der Qualität unter den Kandidaten, wenn diese sich über ihr mobiles Gerät bewerben. 22 Prozent der Teilnehmer ist die technische Umsetzung zu aufwändig beziehungsweise sie bekommen nicht genügend IT-Ressourcen zur Verfügung gestellt. Und 25 Prozent beachten diesen Trend bisher nicht und gehen davon aus, dass mobile Bewerbungen erst künftig größere Bedeutung erlangen werden.

Klassische Bewerbung bevorzugt

Bei Bewerbungen sind viele deutsche Unternehmen noch traditionell eingestellt. 67 Prozent der befragten Personal-Entscheider bevorzugen die Bewerbungsmappe per Post, 53 Prozent Bewerbungen per E-Mail. 44 Prozent der Teilnehmer schätzen Bewerbungen über Online-Formulare, 34 Prozent sind davon nur mäßig begeistert, und 22 Prozent akzeptieren diese überhaupt nicht.

Die Größe eines Unternehmens ist dabei auch entscheidend für die bevorzugte Art der Bewerbung: in Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern werden Bewerbungen über Online-Formulare von 32 Prozent nicht akzeptiert, bis 999 Mitarbeitern von 17 Prozent und ab 1.000 Mitarbeitern nur noch von 15 Prozent. Traditionelle Bewerbungsmappen per Post werden noch immer in allen Unternehmensgrößen favorisiert: in Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern von 70 Prozent der Personalentscheider, ab 1.000 Mitarbeitern immer noch von 67 Prozent.

Bewerbungsschreiben und Lebenslauf sind immer noch wichtige Teile von Bewerbungen. Das Anschreiben (36 Prozent) und der Lebenslauf (35 Prozent) spielen in der ersten Auswahlrunde unter den Bewerbern auch die größte Rolle. Arbeitsproben (16 Prozent) und Zeugnisse (13 Prozent) sind den Personalentscheidern hier weniger wichtig.

„Mobile Geräte haben bereits viele Teile des Arbeitsalltages verwendet – und jetzt auch Bewerbungsprozesse. Jedes Unternehmen, das die besten Talente für sich gewinnen möchte, muss eine klare Strategie für mobile Bewerbungen haben und darf sich nicht auf traditionelle Prozesse verlassen. Denn sonst werden sie es nicht schaffen, Kandidaten zu erreichen und negative Auswirkungen auf ihr Geschäft spüren“, warnt Frank Hensgens.

Haufe Online Redaktion

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