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| Mitarbeiterzufriedenheit

Dem Wochenendblues auf der Spur

Wer samstags und sonntags unzufriedener ist als sonst, könnte an einer Wochenendneurose leiden.
Bild: Image Source Limited

Haben Sie einen hohen Bildungsabschluss? Dann könnten Sie unter dem Sonntags- oder gar dem Wochenendblues leiden. Eine Studie der Universität Hamburg hat untersucht, wie zufrieden die Deutschen unter der Woche und am Wochenende sind – und was das Bildungsniveau damit zu tun hat.

Bisher war landläufig vom Montagsblues die Rede – von dem leicht bedrückenden Gefühl, nach einem Wochenende voller Freiheiten am Montagmorgen in den Ernst des Arbeitslebens zurückzukehren. Dieses Konzept muss wohl korrigiert werden: Zwar konnte die Studie der Universität Hamburg tatsächlich wochentagsabhängige Schwankungen in den Zufriedenheitswerten der Deutschen feststellen – jedoch deuten diese eher darauf hin, dass die Zufriedenheit tendenziell unter der Woche höher ist als am Wochenende.

Männer mit höherer Bildung leiden häufiger an Wochenendneurosen

Die Schwankungen zwischen den Tagen unter der Woche und dem Wochenende hängen jedoch stark vom Bildungsgrad der Studienteilnehmer ab: Die Wissenschaftler stellten fest, dass Männer mit mittlerem Bildungsgrad genauso wie Männer und Frauen mit höherer Bildung am Sonntag im Schnitt weniger zufrieden sind als an den Wochentagen – sie leiden also mit höherer Wahrscheinlichkeit an dem, was die Wissenschaftler als "Sonntagsneurose" bezeichnen. Männer mit höherer Bildung können der Studie zufolge sogar Opfer einer ausgewachsenen "Wochenendneurose" werden: Der Zufriedenheitswert dieser Bildungsgruppe liegt nämlich an beiden Wochenendtagen unter dem, den sie unter der Woche erreichen. Bei Teilnehmern mit einem geringeren Bildungsgrad konnten die Wissenschaftler diese Schwankungen nicht feststellen.

Stress der kommenden Woche belastet Arbeitnehmer schon am Wochenende

Woran liegt es, dass Menschen mit mittlerer und höherer Bildung am Wochenende eher unzufrieden sind als an den Tagen unter der Woche? Fühlen sie sich etwa am Wochenende unterfordert? Frühere Studien des German Socio-Economic Panels (SOEP) weisen in eine andere Richtung, wie die Autoren der Hamburger Studie berichten: Die Wissenschaftler des SOEP vermuten, dass der Stress der nahenden Arbeitswoche die Arbeitnehmer schon an den freien Tagen des Wochenendes belastet. Die Analyse der Universität Hamburg beruht ebenfalls auf den Datensätzen der 34.451 Befragten aus der SOEP-Studie. 

Die Hamburger kommen übrigens auch zu dem Ergebnis, dass gering gebildete Männer, bei denen ja keine Schwankungen zwischen Arbeitstagen und Wochenende zu beobachten sind, gelegentlich gegen Ende des Monats weniger zufrieden sind. Wahrscheinlich hat deren niedrigere Monatsendzufriedenheit mit Liquiditätsproblemen zu tun, mutmaßen die Hamburger Wissenschaftler.

Haufe Online Redaktion

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