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| Mitarbeitermotivation

Wie innere Motivation das Leistungsvermögen verbessern kann

Wer bei seinen Aufgaben von Innen motiviert ist, braucht weniger Willenskraft.
Bild: Haufe Online Redaktion

Wer bei der Arbeit von der inneren Motivation profitiert, bringt mehr Willenskraft bei Folgeaufgaben auf. Das zeigt ein Experiment der TU München. Die Forscher liefern damit Unternehmen, die das Leistungsvermögen ihrer Mitarbeiter verbessern wollen, einen neuen Ansatzpunkt.

Die Wissenschaftler von der Technischen Universität München (TUM) unterscheiden bei ihrer Forschung zwischen drei Komponenten der Motivation: den bewussten Zielen und Wünschen, den unbewussten Grundmotiven sowie den Fähigkeiten, die man für seine Arbeit mitbringt. Wenn alle drei Komponenten durchweg zusammenspielten, dann hätten Unternehmen ausschließlich leistungsstarke und motivierte Mitarbeiter. Doch bei Aufgaben im (Berufs-)Alltag fehlen oft ein oder mehrere Faktoren. Wer das Manko mit seiner Willenskraft ausgleichen möchte, erzielt damit jedoch oft nur kurzfristige Erfolge.

Experimentaufbau: Lachverbot bei "Ice Age"

Professor Hugo Kehr vom Lehrstuhl für Psychologie an der Technischen Universität München und sein Kollege, der Sportpsychologe Peter Gröpel, haben nun untersucht, inwiefern die innere Motivation die Macht des Willens beeinflussen kann. Ihre Arbeitshypothese lautete: Wenn die Teilnehmer eine starke unbewusste Motivation mitbringen, sollten ihre Willenskraft und Selbstkontrolle länger anhalten.

In einem Experiment sollten sich die Versuchsteilnehmer zunächst eine Szene aus dem Film "Der Club der toten Dichter" ansehen. In der Szene verbietet der Vater seinem Sohn eindrücklich, Schauspieler zu werden. Ein Teil der Gruppe musste im Anschluss den Part des Vaters nachspielen, die Kontrollgruppe schrieb den Dialog nur auf. In einem zweiten Schritt schauten sich die Teilnehmer eine witzige Szene aus dem Film "Ice Age" an und wurden aufgefordert, dabei weder zu lächeln noch zu lachen. "Für beide Situationen mussten die Versuchspersonen Willenskraft aufbringen: Im ersten Teil, um vor der Kamera einen unangenehmen Charakter zu spielen, im zweiten, um den Impuls zu lachen zu unterdrücken", erklärt Gröpel den Aufbau des Experiments.

Machtorientierte Teilnehmer bleiben ernst

Vorab hatten die Studienleiter überprüft, wie hoch das Machtmotiv der Teilnehmer ausgeprägt ist. Sie beobachteten abschließend, dass es den machtorientierten Teilnehmern beim zweiten Teil des Versuchs leichter fiel, nicht zu lachen. "Daraus schließen wir, dass sie bei der ersten Aufgabe von ihrer inneren Motivation profitieren konnten – und damit mehr Willenskraft für die zweite Aufgabe übrig blieb", kommentiert Kehr die Ergebnisse. Bei der Kontrollgruppe, die den Dialog niedergeschrieben hatte, beobachteten sie diesen  Unterschied nicht.

Die Forscher empfehlen deshalb, in der Unternehmenspraxis mit gezielten Anreizen die innere Motivation zu erhöhen. Dadurch würden die Mitarbeiter bei schwierigen Aufgaben weniger Energie aufwenden und wären motivierter für Folgeaufgaben. "Einer machtmotivierten Person könnte ein Unternehmen die Leitung über ein eigenes Team übertragen", empfiehlt Kehr. "Dagegen lässt sich ein leistungsmotivierter Mitarbeiter durch ein kreatives Projekt ohne großen bürokratischen Aufwand am besten anspornen."

Haufe Online Redaktion

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