31.07.2012 | Personalentwicklung

Mitarbeiter vermissen effektives Karriere-Coaching

Der Vorgesetzte übernimmt mehr und mehr die Rolle eines Coachs.
Bild: Haufe Online Redaktion

Für 88 Prozent der deutschen Arbeitnehmer ist es wichtig, einen Vorgesetzten zu haben, der auch ein guter Karriere-Coach ist. Das steigert nicht nur die Arbeitsleistung, sondern auch die Motivation. Doch die Realität in den Unternehmen sieht anders aus, zeigt eine aktuelle Studie des Personaldienstleisters Robert Half.

Denn 42 Prozent der Befragten sagen, dass ihr Chef kein effektiver Karriere-Coach für sie ist. 28 Prozent werden höchstens einmal im Jahr gecoacht. Ein Drittel der Beschäftigten bekommt sogar nie ein Karriere-Coaching. Fatal daran: Ein professionelles Karriere-Coaching steigert der Studie zufolge die Arbeitsleistung und Produktivität der Mitarbeiter ungemein. So geben mehr als drei Viertel (77 Prozent) der befragten Arbeitnehmer dies an. Darüber hinaus berichten 67 Prozent, dass sie motivierter seien.

Doch was zeichnet einen guten Karriere-Coach aus? Aus Sicht der 6.000 Befragten sind gegenseitiges Vertrauen und Respekt (38 Prozent), gefolgt von Wissen und Expertise (33 Prozent) und einer positiven Einstellung (13 Prozent) die drei wichtigsten Eigenschaften, die ein Coach mitbringen sollte.

Kenntnis des Coaching-Stils steigert Erfolg

Wichtig für Führungskräfte ist es, ihren eigenen Coaching-Stil zu kennen. Nur so wissen sie, woran sie noch arbeiten müssen. Eine erste Orientierung bietet die Robert Half-Studie. Anhand der Studiendaten haben die Autoren vier unterschiedliche Coaching-Typen identifiziert. Wozu gehören Sie?

  • Der Entscheider-Coach: Für willensstarke Menschen mit ausgeprägtem kaufmännischem Denken ist Führung eine Selbstverständlichkeit. Wettbewerbs- und ergebnisorientiert wollen sie stets die Besten sein – und erwarten dies auch von ihren Mitarbeitern. Diese Coaches setzen hohe Ziele und haben ebenso hohe Ansprüche.

  • Der kollaborative Coach: Dieser Chef ist eine großzügige Führungskraft, die sehr gut zuhören kann und sich stets für ihr Team einsetzt. Er kennt die besondere Dynamik seines Teams und versteht es, die Zusammenarbeit verschiedener Gruppen zu optimieren. Als Coach investiert er viel Zeit und Energie in die Entwicklung seiner Mitarbeiter.

  • Der Überzeuger-Coach: Diese Coaches sprühen vor Kreativität und Ideen. Sie lieben es, mit ihrem Team zu brainstormen und so neue Konzepte und Lösungen zu entwickeln. Zudem ermutigen sie ihre Mitarbeiter, außerhalb der üblichen Parameter zu denken und sind in der Lage, flexibel auf Veränderungen zu reagieren.

  • Der diagnostische Coach: Diagnostische Coaches führen ihre Abteilungen mit klarer Struktur und legen viel Wert auf funktionierende Prozesse. Bei diesem Coach wird das Team keine unangenehmen Überraschungen erleben, wenn es seinerseits langfristig und verlässlich agiert. Mit ihrer Fähigkeit, Probleme zu lösen, unterstützen diagnostische Coaches ihre Mitarbeiter bei der Entwicklung der individuellen Stärken und ermutigen sie zu konstruktivem Denken, um solide Geschäftsstrategien zu erarbeiten.

Tipps zur Verbesserung der Coaching-Fähigkeiten

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Dazu gehört auch, dass Führungskräfte sich zuallererst bewusst machen sollten, dass Coaching ein fester Bestandteil ihres Aufgabenbereichs ist. Wichtig: Ein guter Coach lebt das vor, was er seinen Mitarbeitern rät. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass Führungskräfte ihr Verhalten den individuellen Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter anpassen müssen und nicht umgekehrt. Letztlich kommen Führungskräfte nicht umhin, ihre Fähigkeiten durch regelmäßige Weiterbildungen weiter zu vertiefen und auszubauen. Auch der Austausch mit dem eigenen Vorgesetzten und der Personalabteilung kann hilfreich für die erfolgreiche Arbeit als Coach sein.

Schlagworte zum Thema:  Mitarbeiterförderung, Coaching, Karriereplanung

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