06.11.2012 | Rentenbeiträge

Mehrheit der Personalmanager lehnt freiwillige Zusatzbeiträge ab

Eine Rente mit freiwilligen Zusatzbeiträgen ist für Personalmanager keine Option.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Mehr als die Hälfte der Personalmanager haben sich in einer Umfrage dagegen ausgesprochen, freiwillige Zusatzbeiträge für ihre Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Damit stellen sie sich gegen den Vorschlag des Bundesarbeitsministeriums.

Die Idee, dass Arbeitgeber freiwillige Zusatzbeiträge einzahlen können, halten 56,9 Prozent der 117 befragten Personalmanager für nicht sinnvoll. Etwa ein Drittel (36,7 Prozent) der Befragten hält diesen Ansatz für eine sinnvolle Ergänzung der betrieblichen Altersvorsorge. Nur 2,8 Prozent sind der Ansicht, dass dieser Ansatz die betriebliche Altersvorsorge ersetzen sollte.

Weiterhin prognostizieren in der Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) 72,5 Prozent der Befragten, dass die Nachfrage der Mitarbeiter nach einer betrieblichen Altersvorsorge im Zuge der Rentendiskussion ganz sicher oder ziemlich wahrscheinlich steigen wird. 62,4 Prozent der befragten Personalmanager gehen davon aus, dass die Mitarbeiter in Zukunft höhere Anforderungen an eine betriebliche Altersvorsorge stellen werden. Etwa ein Drittel (32,2 Prozent) denkt, dass die Gehaltsforderungen der Mitarbeiter als Reaktion auf die Rentendiskussion steigen werden. 27,8 Prozent gehen hingegen davon aus, dass höhere Gehaltsforderungen wahrscheinlich nicht bzw. keinesfalls eine Folge der Diskussion um das Rentenpaket sein werden.

Komplexität in der bAV reduzieren

Bezüglich der betrieblichen Altersvorsorge wünschen sich 70,7 Prozent eine Garantie auf die Mitnahme der bereits eingezahlten Beiträge bei einem Arbeitgeberwechsel. 65,5 Prozent der Befragten fordern eine Erhöhung des Betrags, der durch Entgeltumwandlung sozialabgabenfrei in eine betriebliche Altersvorsorge fließen kann. 62,1 Prozent halten die betriebliche Altersvorsorge insgesamt für zu komplex und fordern eine Komplexitätsreduktion. 34,5 Prozent sind für eine Abschaffung der Anrechnung der Auszahlungsbeträge auf die Grundsicherung und 31 Prozent fordern eine gezielte Förderung der betrieblichen Altersvorsorge von Geringverdienern. 31,9 Prozent sind der Ansicht, dass eine bessere Aufklärung über die Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge stattfinden sollte.

Forderung: Private Vorsorgeangebote übersichtlicher gestalten

Der größte Teil der befragten Personalmanager sieht politischen Handlungsbedarf bei der privaten Altersvorsorge. 70,7 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass eine bessere Vergleichbarkeit der Angebote geschaffen werden sollte. Mit 53,4 Prozent folgt an zweiter Stelle eine bessere Aufklärung über die Möglichkeiten der privaten Vorsorge. 44 Prozent fordern eine stärkere Kontrolle der Anbieter. Die Abschaffung der Anrechnung der Auszahlungsbeträge auf die Grundsicherung unterstützen 42,2 Prozent der Teilnehmer. 30,2 Prozent unterstützen eine stärkere Bezuschussung der Beiträge von Geringverdienern. Die Einführung einer Zuschussrente für Personen, die privat vorgesorgt haben, aber trotzdem nur eine geringe Gesamtrente erhalten, befürworten 24,1 Prozent.

Den ausführlichen Umfragebericht können Sie hier lesen: www.dgfp.de/studien.

Schlagworte zum Thema:  Rente, Betriebliche Altersversorgung

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