An einigen Business Schools leeren sich die Hörsäle in den Vollzeit-MBA-Programmen - die Studenten bevorzugen berufsbegleitende Angebote. Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Im Oktober wurde bekannt, dass man an der Business School der University of Wisconsin überlegt, das zweijährige MBA-Studium einzustellen. Eine Woche später kam der Rückzieher. Nun soll der Studiengang sogar gestärkt werden. Ein Sonderfall im US-amerikanischen MBA-Markt?

Die University of Wisconsin wäre nicht die erste Schule gewesen, die ihren Vollzeit-MBA aufgibt, der bei US-Schulen traditionell als das Kernprogramm gilt. Erst im August gab das Tippie College of Business an der University of Iowa bekannt, sein Vollzeit-Studium einzustellen und stattdessen verstärkt auf berufsbegleitende MBA- und spezialisierte Master-Programme zu setzen. Die letzte Kohorte des Vollzeit-MBA wird ihr Studium im Mai 2019 abschließen. 

Berufsbegleitende MBAs als Erfolgsmodell - auch für Business Schools

"Anpassungen an den Markt sind in jeder Organisation der Schlüssel zu Wachstum und wir sehen klare Veränderungen dabei, was Studenten und Unternehmen brauchen", sagt Sarah Gardial, Dean des Tippie College of Business. Beide würden MBA-Optionen bevorzugen, für die man seinen Job nicht aufgeben muss. So entfallen inzwischen 91 Prozent der Einschreibungen in den MBA-Studiengängen auf die berufsbegleitenden Professional-MBA- und Executive-MBA-Programme.

Der MBA-Markt in den USA zentralisiert sich

Auch die Wake Forest University, das Virginia Tech, die Thunderbird School of Global Management und das Simmons College haben ihren Vollzeit-MBA abgeschafft. Dabei scheint sich der MBA-Markt in den USA immer stärker zu zentralisieren. Während die Zahl der Bewerbungen für einen MBA-Studienplatz in den vergangenen drei Jahren insgesamt zurückgegangen ist, steigt sie bei den 25 besten Programmen. So konnte die School of Management an der Yale University in den vergangenen drei Jahren 45 Prozent mehr Bewerbungen verzeichnen, in Stanford waren es 15 Prozent und in Harvard elf Prozent mehr. Ein Zeichen dafür, dass Studenten offenbar stärker auf Top-Qualität achten.

Gründe für den Studentenmangel

Für den allgemeinen Rückgang der Bewerbungen gibt es mehrere andere Erklärungen. Zum einen sinkt seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten die Zahl der internationalen Bewerber in den USA. Zum anderen wollen sich immer weniger Amerikaner für das Studium hoch verschulden und bevorzugen daher berufsbegleitende Programme, bei denen zumindest der Verdienstausfall vermieden wird. Dazu kommt die neue Konkurrenz von spezialisierten Master-Programmen, die bisher vor allem in Europa verbreitet waren.

Schlagworte zum Thema:  MBA, Business School

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