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Worauf es bei spezialisierten Programmen ankommt

Spezialisierter MBA oder Master? Zur Unterscheidung lohnt sich ein genauer Blick aufs Curriculum.
Bild: Veer Inc.

Bei der Wahl des MBA-Programms gilt es, einen genauen Blick aufs Curriculum zu werfen – denn oft sind die Unterschiede zwischen spezialisierten MBA- und spezialisierten Master-Programmen fließend. Bärbel Schwertfeger zeigt in der Wirtschaft + Weiterbildung, worauf es dabei ankommt.

Spezialisiertes MBA-Programm, Spezialisierung im MBA-Programm oder doch ein spezialisierter Master-Studiengang? Die Unterscheidung zwischen so konzipierten Programmen ist manchmal nicht ganz einfach. Dieses Problem beschreibt die Journalistin und MBA-Expertin Bärbel Schwertfeger in der aktuellen Ausgabe der Wirtschaft + Weiterbildung

MBA-Programme sollten alle Managementbereiche abdecken

Um zu vermeiden, dass Interessenten ein spezialisiertes Masterstudium anstelle eines MBA-Programms buchen, empfiehlt Schwertfeger, vor der Wahl des Programms einen Blick ins Curriculum zu werfen. Denn MBA-Programme, so Schwertfeger, sollten zu mindestens 50 Prozent Kenntnisse in General Management vermitteln – gegebenenfalls mit einer Spezialisierung auf einer bestimmten Branche. Das sei wichtig, da sich MBA-Programme an Nicht-Ökonomen mit Berufserfahrung richten, die sich für Führungsaufgaben fit machen wollen.

Inhalt sollten daher alle funktionalen Managementbereiche  wie Rechnungswesen, Finanzen, Marketing, Vertrieb, Strategie, HR und IT-Management sein. Eine Orientierung bieten etwa die Leitlinien, die die European Foundation for Management Development veröffentlicht (EFMD) hat.

MBA-Absolvent sollte in jeder Branche arbeiten können

Hinter dem MBA-Konzept steht der Grundgedanke, dass ein MBA-Absolvent fähig sein sollte, als Manager in einem Unternehmen - egal in welcher Branche - tätig sein können, schreibt Schwertfeger. Kein Wunder also, dass Puristen spezialisierte MBA-Programme grundsätzlich ablehnen.

Doch es geht auch anders, wie Beispiele von spezialisierten Programmen zeigen, die zwar auf eine bestimmte Branche begrenzt sind, aber dennoch die Kriterien für ein MBA-Programm erfüllen. Schwertfeger stellt in diesem Zusammenhang das Programm "MBA Purchasing & Supply Chain Management" vor, das der Autozulieferer Brose konzipiert hat: "60 Prozent der Inhalte sind Managementthemen, 40 Prozent spezielle Einkaufs- und Supply-Chain-Inhalte", so zitiert Schwertfeger Simone Grübert, Koordinatorin Weiterbildung der Brose Akademie. Im Gegensatz zu einer klassischen Master-Ausbildung vermittle der Brose-MBA nicht nur fachspezifisches Wissen, sondern fördere auch bereichsübergreifendes Denken.

Spezialisiertes MBA-Programm oder Spezialisierung im MBA-Programm?

Während sich spezialisierte MBA-Programme durchgängig auf eine Branche oder Funktion fokussieren, bieten etliche Hochschulen auch Mischformen an, schreibt Schwertfeger. Als Beispiel dafür nennt sie den MBA-Studiengang "Hospital Management and Health Services", den die HHL Leipzig School of Management anbietet: Hier belegen die Teilnehmer im ersten Studienabschnitt dieselben Kernmodule wie ihre Kommilitonen im normalen MBA-Programm. Im zweiten Studienabschnitt spezialisieren sie sich dann auf Krankenhaus-Management und Gesundheitsdienstleistungen.

Das Beispiel zeigt: Oft ist der Übergang zwischen einem spezialisierten MBA-Programm und einer Spezialisierung in einem generalistischen MBA-Programm fließend. Denn die meisten MBA-Programme, so Schwertfeger, bieten ihren Teilnehmern in den Wahlkursen im zweiten Studienabschnitt die Möglichkeit, sich in bestimmten Bereichen zu qualifizieren.

Gerade für jüngere MBA-Studenten, die nach dem Studium einen Karrierewechsel planen, könnte dies sinnvoll sein, so Schwertfegers Einschätzung. Denn oft stelle sich erst während des Studiums heraus, wo man später arbeiten möchte.

Den kompletten Beitrag "Generalisten mit Spezialwissen" lesen Sie in Ausgabe 11/12 2014 der Wirtschaft + Weiterbildung.

Schlagworte zum Thema:  MBA, Master, Business School

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