Zulassungsverantwortliche an US-Business-Schools haben ein gesundes Selbstbewusstsein: Sie finden US-Schulen besser als die in Europa und Asien. Bild: Fotolia

Business Schools in den USA sind davon überzeugt, dass sie ihre Studenten besser auf Managementjobs vorbereiten als dies Schulen in Europa und Asien tun. Das zeigt eine Umfrage von Kaplan Test Prep.

Im globalen MBA-Ranking der Financial Times kommen nur noch elf der weltweit besten Business Schools aus den USA, und Platz eins belegt bereits zum zweiten Mal Insead mit seinen Standorten in Frankreich, Singapur und Abu Dhabi.

Die meisten gehören nicht zu den besten US-Schulen

Umso erstaunlicher ist das Ergebnis einer Befragung von Kaplan Test Prep bei 124 Zulassungsverantwortlichen von US-Schulen: Demnach sind 97 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass sie ihre Studenten besser auf Managementpositionen vorbereiten als dies europäische Business Schools tun. Im Jahr 2014, als Kaplan die Frage zum bislang letzten Mal stellte, waren es erst 95 Prozent.

Im Vergleich zu den asiatischen Schulen halten sich 96 Prozent der US-Schulen für besser, 2014 waren es 92 Prozent. Was dabei besonders verblüfft: Unter den 124 befragten Schulen waren lediglich fünf unter den Top 25 im Ranking von US News. Die meisten gehören daher nicht einmal in den USA zu den besten Schulen.

Unkenntnis und Selbstüberschätzung

Auf die Frage, warum sich die US-Schulen als besser einschätzen, nannten die Zulassungsverantwortlichen oftmals die Akkreditierung und das Gütesiegel des US-Abschlusses. US-MBAs seien weltweit mehr wert, auch wenn das Curriculum dasselbe ist, so eine Antwort. Solange die Schule von der AACSB akkreditiert sei, sei der MBA-Abschluss etwas wert, aber US-Schulen seien einfach besser, eine andere.

Allerdings gaben einige der Befragten auch an, dass sie die Studiengänge in Europa und Asien nicht beurteilen könnten, weil sie nicht genug darüber wüssten. Unkenntnis und Selbstüberschätzung dürften daher auch zwei wesentliche Ursachen für das erstaunliche Ergebnis sein.

USA: einige Top-Schulen – und viele mittelmäßige

Ohne Zweifel haben die USA mit Harvard, Stanford oder Wharton einige der weltweit besten Business Schools. Dass allerdings eine mittelmäßige US-Schule ihre Studenten besser auf eine Managementposition vorbereitet als eine europäische oder asiatische Top-Schule, ist fraglich. Andererseits sind gerade gerade diese Schulen oftmals wenig international und daher möglicherweise durchaus besser auf den lokalen und regionalen Arbeitsmarkt ausgerichtet.

Die Befragung fand zwischen August und Oktober 2016 statt und damit noch vor der Wahl von US-Präsident Donald Trump.

Schlagworte zum Thema:  MBA, Führungskräfteentwicklung, Personalentwicklung

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