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Welche Fehler Business-School-Bewerber vermeiden sollten

Schlechte Kommunikation ist ein häufiger Fehler bei MBA-Bewerbern. Wie es besser geht, zeigen sechs Tipps.
Bild: Haufe Online Redaktion

Bei einer Bewerbung zum MBA gibt es vieles zu beachten. Wer erfolgreich sein will, darf sich keine Fehler erlauben. In einem Webinar hat MBA-Experte Paul Allen Tipps aus seiner Praxis gegeben, wie Bewerber die schlimmsten Patzer vermeiden – etwa die sogenannte "Phantom-Bewerbung".

Um künftigen MBA-Studenten ihre Bewerbung zu erleichtern, hat Allen Anfang Februar bei "The Economist Online MBA Fair" ein Webinar zum Thema "MBA-Bewerbung" gehalten. Bei der virtuellen Veranstaltung konnten sich MBA-Interessenten online über den MBA informieren und mit Vertretern der Business Schools in Kontakt treten.

Allen weiß, wovon er spricht: Als stellvertretender Direktor der MBA-Zulassungsstelle der University of Oregon sichten er und seine Kollegen jedes Jahr tausende von Bewerbungen. Einige Bewerber-Fehler beobachtet Allen dabei immer wieder.

Allens Tipps, mit denen Bewerber die  fünf schlimmsten Fehler vermeiden können, stellen wir in einer Zusammenfassung vor.

Tipp 1: Halten Sie Fristen ein.

Unterschiedliche Schulen haben unterschiedliche Bewerbungsfristen. Was sie jedoch gemeinsam haben, ist, dass sie diese Fristen sehr ernst nehmen. Machen Sie sich also, bevor Sie Ihre Bewerbung beginnen, mit den Fristen aller Schulen vertraut, bei denen Sie sich bewerben wollen. Setzen Sie sich dann Ihre eigenen Fristen, bis wann Sie sich bei welcher Schule bewerben wollen, damit Sie bei mehreren Bewerbungen keine Frist verpassen. Wer sich erst spät bewirbt, mindert nicht nur seine Chance, zum MBA-Studium zugelassen zu werden – sondern auch die Chance auf potenzielle Stipendien.

Tipp 2: Beachten Sie Vorgaben.

Seien Sie kreativ bei Ihrer Bewerbung. Doch bei einigen Punkten ist es wichtig, sich an die Regeln zu halten. Das gilt vor allem beim Essay. Dort lautet der Arbeitsauftrag meist, eine Frage mit einer bestimmten Anzahl an Wörtern zu beantworten. In vielen Essays, die wir bekommen, beantworten die Bewerber entweder die Frage nicht – oder sie halten sich nicht an die vorgegebene Länge. Ähnliches gilt auch für den Lebenslauf und das Bewerbungsschreiben. Oft gibt es spezifische Vorgaben zu deren Inhalt, Länge und Format: Manche Schulen nutzen Online-Formular, andere PDF- oder Word-Dokumente. Wer nicht das richtige Format nutzt, riskiert, dass Teile seiner Bewerbung nicht durchgesehen werden. Ein Beispiel: Manche Schulen ziehen ein Gesamtdokument im PDF-Format aus den Bewerbungsunterlagen. Schickt der Bewerber eine JPG-Datei mit, wird diese im PDF-Dokument nicht angezeigt. Denken Sie daran: Die Schulen verlangen diese Dokumente von den Bewerbern, um sie kennen zu lernen – geben Sie ihnen die Gelegenheit dazu.

Tipp 3: Bereiten Sie sich gut vor.

Viele Schulen – vor allem in den USA – verlangen einen GMAT- oder GRE-Test von den Bewerbern. Überprüfen Sie also, welcher Test für das Programm gefordert ist, bei dem Sie sich bewerben wollen. Doch egal welcher Test: Niemand sollte ihn ohne Vorbereitung machen. Planen Sie sechs bis acht Wochen dafür ein und lernen Sie fleißig. Auch für den Essay sollten Sie sich gut vorbereiten: Denken Sie daran, dass die Schule Sie dadurch kennen lernen möchte. Planen Sie also, wie Sie dieses Ziel erreichen: Machen Sie einen Entwurf und fragen Sie sich, was Sie der Schule damit über sich mitteilen wollen. Bereiten Sie sich auch aufs Bewerbungsgespräch vor – vor allem auf Nachfragen: Die Schulen fordern Sie heraus, wenn es etwa um schwache Testergebnisse oder mangelnde Berufserfahrung geht. Bereiten Sie eine Begründung vor – aber lügen Sie nicht.

Tipp 4: Briefen Sie Ihre Referenzgeber sorgfältig.

Auch über Ihre Referenzschreiben lernen die Schulen Sie kennen. Sagen Sie Ihren Referenzgebern deshalb vorab genau, was von ihnen erwartet wird. Sie sollten wissen, in welchem Format sie die Referenz verfassen müssen und was genau der Inhalt sein sollte. Damit alles stimmig ist, sollten die Verfasser darüber hinaus aber auch einiges über Ihre Bewerbung wissen, etwa, bei wie vielen Schulen Sie sich bewerben. Eine gute Möglichkeit ist es zum Beispiel, die Referenzgeber zur Vorbereitung zum Mittagessen einzuladen und sie dabei sorgfältig zu briefen. Dazu gehört, dass Sie ihnen Ihren Lebenslauf zeigen und ihnen erklären, was Sie sich von dem MBA-Programm erwarten, für das Sie sich bewerben – und alles, von dem Sie denken, dass es ihnen beim Verfassen der Referenz helfen könnte.

Tipp 5: Bedanken Sie sich.

Bedanken Sie sich bei den Personen, mit denen Sie während der Bewerbungsphase Kontakt hatten – etwa mit einer E-Mail, einem Anruf oder einem kurzen Besuch, wenn Sie gerade in der Nähe sind. Dabei ist es wichtig, dass Sie spezifisch sind. Schreiben oder sagen Sie nicht: "Danke, das war ein toller Tag". Schreiben oder sagen Sie stattdessen: "Vielen Dank, dass Sie mich an Ihre Uni eingeladen haben. Ich habe mich sehr gefreut, an Kurs X teilnehmen zu können, etwas über das Thema "Y" zu lernen und mit Person Z zu Mittag zu essen." Seien Sie also spezifisch, und machen Sie einen guten Eindruck.

Tipp 6: Kommunizieren Sie mit der Zulassungsstelle.

Die Mitarbeiter der Zulassungsstelle mögen es nicht, wenn sie "Phantom-Bewerbungen" bekommen – also Bewerbungen ohne zusätzliche Kommunikation. Deshalb: Schreiben Sie der Zulassungsstelle eine E-Mail, rufen Sie an oder kommen Sie einfach vorbei. Es ist für die Mitarbeiter wichtig zu wissen, von wem die Bewerbung kommt. Machen Sie nicht den Fehler zu glauben, dass sie dafür keine Zeit haben.

Das komplette Video von Paul Allen ist bis zum 5. März 2015 nach vorheriger Anmeldung unter economist.6connex.com verfügbar.

Schlagworte zum Thema:  MBA, Bewerbung

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