Seitdem Donald Trump US-Präsident ist, sehen sich immer mehr MBA-Interessenten nach einem alternativen Studienland um, zeigt eine Studie. Bild: sgtphoto/Shotshop.com

Einige der besten Business Schools liegen in den USA oder Großbritannien. Ein gutes Argument für ein MBA-Studium in einem der beiden Länder - sollte man meinen. Nun zeigt jedoch eine Umfrage, dass der Brexit und die Wahl von Donald Trump viele Studieninteressenten abschrecken.

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsident und die Verschärfung der Einreise- und Visa-Bestimmungen verschrecken internationale MBA-Interessenten. So ist die Zahl derer, die deshalb nicht in den USA studieren wollen, von November 2016 bis April 2017 um acht Prozentpunkte von 35 auf 43 Prozent gestiegen.

Das zeigt der "Prospective Students Survey Report". Der Bericht wertet die Aussagen von Besuchern der Website mba.com aus. Die Online-Plattform ist die offiziellen Seite für den Graduate-Management-Admission-Test (GMAT). Der Test wird an mehr als 6.000 Schulen weltweit als Zulassungstest für Wirtschaftsstudiengänge eingesetzt.

MBA-Studium im Ausland wird insgesamt beliebter

Dabei ist der Anteil der Interessenten, die ein Studium außerhalb ihres Heimatlands anstreben, insgesamt von 44 Prozent im Jahr 2009 auf 59 Prozent im Jahr 2016 deutlich gestiegen. Zwar sind die USA nach wie vor das beliebteste Studienland, aber immer mehr schauen sich nach anderen Ländern um.

Von den MBA-Interessenten, die außerhalb ihres Heimatlands studieren wollen, bevorzugen 58 Prozent ein Studium in den USA, 2009 waren es noch 61 Prozent. Zugenommen hat das Interesse an Kanada: Wollten 2009 erst vier Prozent dort studieren, waren es 2016 bereits sieben Prozent. US-Amerikaner bevorzugen dagegen nach wie vor ein MBA-Studium im eigenen Land. Lediglich vier Prozent zieht es in Ausland.

Masterstudium in Westeuropa statt Amerika?

Noch deutlicher zeigt sich die Tendenz bei Interessenten für Master-Programme im Wirtschaftsbereich. 2009 bevorzugten noch 57 Prozent die USA als Studienland, 2016 waren es nur noch 47 Prozent.

Zugenommen hat dafür das Interesse an einem Studium in Westeuropa mit 34 Prozent. 2009 waren es erst 30 Prozent.

Die Perspektive nach dem Studium ist entscheidend

Wie wichtig vor allem die Visa-Möglichkeiten für internationale Studieninteressenten sind, zeigt eine zusätzliche Befragung von 700 Testteilnehmern, die ihr GMAT-Ergebnis im vierten Quartal 2016 an eine US-Schule geschickt haben. Dabei gaben zwei von drei Interessenten an, ihr Studienziel zu überdenken, wenn es nach dem Studienabschluss nicht möglich ist, ein Arbeitsvisum in den USA zu bekommen.

Besonders stark trifft das auf indische Studenten zu: Für 82 Prozent von ihnen ist das Arbeitsvisum das ausschlaggebende Kriterium bei der Wahl des Studienlands.

Brexit als Ausschlusskriterium

Negative Auswirkungen auf das Interesse von internationalen Studenten zeigen sich auch bereits in Großbritannien. Bei einer Umfrage im Dezember 2016 unter fast 1.300 nicht-britischen Testteilnehmern antworteten 45 Prozent, dass der Brexit sie von einem Studium in Großbritannien abschrecke.

Die Länderanalyse zeigt, dass dies wiederum mit 58 Prozent am stärksten auf indische Kandidaten zutrifft, gefolgt von Interessenten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (50 Prozent) und aus Deutschland (49 Prozent). Eine weitere Umfrage vom 7. April bestätigt den Anteil der Interessenten, die aufgrund des Brexits von einem Studium in Großbritannien abgesehen wollen.

 

Hinweis: Die vollständigen Ergebnisse des "Prospective Students Survey Report" finden Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  MBA, Führungskräfteentwicklung, Brexit

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