MBA-Studium in Großbritannien trotz Brexit attraktiv

Großbritannien bleibt vor allem bei Asiaten ein beliebtes Studienland - daran ändert der Brexit vorerst nichts. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des „Graduate Management Admission Council“, in der die Auswirkungen des Brexit auf MBA-Interessenten untersucht wurden.

Größere Visaprobleme und geringere Chancen auf eine Arbeitserlaubnis nach dem Studium – der Brexit könnte erhebliche Auswirkungen auf die Attraktivität Großbritanniens als Studienland haben. Seit der Entscheidung für den Brexit im Juni 2016 analysiert das „Graduate Management Admission Council“ (GMAC) in regelmäßigen Abständen, wie sich der Austritt aus der Europäischen Union auf das Interesse an einem Studium in Großbritannien auswirkt. Das GMAC verwaltet den MBA-Zulassungstest GMAT, bei dem Studienbewerber angeben müssen, an welche Schulen in welchen Ländern ihr Testergebnis geschickt werden soll. Daher hat die Organisation einen guten Überblick über eine Veränderung der Präferenzen.

MBA: Brexit hat keine Auswirkungen auf Zulauf britischer Schulen

Laut GMAC hat sich die Anzahl der Testergebnisse, die nach Großbritannien gesendet wurden, seit 2016 kaum verändert und sogar etwas zugenommen. Die meisten Bewerber kamen 2018 aus Indien, China und den USA. Das sind auch die drei Länder mit den größten Zuwachsraten. Die Länder mit den größten Rückgängen sind dagegen Griechenland, die USA und Deutschland.

54 Prozent der Befragten geben an, dass der Brexit keine Auswirkungen auf ihre Entscheidung für ein Studium in Großbritannien hat. Im Dezember 2016 waren es nur 46 Prozent. Am meisten sind die Bedenken bei Interessenten aus Asien gesunken. Gaben 2016 noch 40 Prozent an, dass der Brexit keinen Einfluss auf ihre Entscheidung hat, waren es im Dezember schon 56 Prozent.

Britisches Bildungssystem genießt hohes Ansehen bei MBA-Interessenten

Die Gründe für das rege Interesse sind die Reputation des britischen Bildungssystems, der Wunsch, internationale Netzwerke aufzubauen, und die besseren Chancen für eine internationale Karriere. Die Umfrage zeigt aber auch ein Zögern einiger Kandidaten angesichts der Unsicherheiten des Brexits. So sagt die Hälfte (51 Prozent) der Europäer (ohne Großbritannien), dass sie sich wegen des Brexits eher nicht für Großbritannien entscheiden würden. Von denjenigen, die ein anderes Studienland in Erwägung ziehen, wollen 58 Prozent in die USA, 38 Prozent nach Frankreich und 20 Prozent nach Spanien. Deutschland liegt nach Kanada mit zehn Prozent auf Platz fünf. Attraktiv ist Deutschland dabei vor allem für Studenten aus Europa und Asien.

Die gesamten Ergebnisse zur Studie des GMAC können Sie hier einsehen.

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