| MBA-Studium

Bewerber hoffen auf Karrieresprung

MBA-Interessenten informieren sich laut Studie langfristig über das Studium. Sie erhoffen sich viel davon.
Bild: Haufe Online Redaktion

Eine großangelegte Analyse eines Online-Portals gibt Aufschluss über Motivation und Ziele von MBA-Bewerbern. Demnach hoffen die meisten von ihnen, per MBA-Studium dem nächsten Karriereschritt näher zu kommen.

Knapp zwei Drittel der Studieninteressenten möchten demnach ein Graduiertenstudium antreten, um ihre Karriere voranzubringen. Die meisten von ihnen planen, ihre Karriere in eine neue Richtung zu entwickeln (38 Prozent), fast ebenso viele erhoffen sich dadurch ihre Karrieremöglichkeiten zu verbessern (34 Prozent). 28 Prozent planen, nach dem Studium als Unternehmer durchzustarten.

Das sind die Ergebnisse der 2015er Ausgabe des "Prospective Students Survey Report",  für den Autoren des Graduate Management Admission Council (GMAC), Anbieter des gleichnamigen MBA-Zulassungstests und Betreiber des Online-Portals www.mba.com, die Daten von 12.000 Business-School-Interessenten analysiert haben, die zwischen Oktober 2013 und September 2014 ihr Portal besuchten. Die Studienautoren untersuchten dabei unter anderem deren Motivation, Karriere- und Studienziele. Die Ergebnisse verglichen sie mit denen aus früheren Erhebungen mit Daten von insgesamt 83.000 Studieninteressierten aus allen Regionen der Welt, insgesamt aus 30 Ländern.

MBA-Interessenten wissen, was sie wollen

Dabei untersuchten die Autoren auch, welche Programmtypen sich die potenziellen Business-School-Bewerber genauer anschauten. Gut jeder Zweite (52 Prozent) war demnach ausschließlich an MBA-Programmen interessiert, je ein Viertel nur an Masterprogrammen und ein weiteres Viertel an beiden Abschlüssen.

Die MBA-Aspiranten unter den Studieninteressierten scheinen genau zu wissen, was sie wollen: Sie wählten durchschnittlich nur zwischen zweien der Programme, über die sie sich informiert hatten. Im Jahr 2010 waren es noch mit durchschnittlich 2,2 Programmen, die in die engere Wahl der Business-School-Interessenten kamen, noch etwas mehr.

Auch, was den Wunschort für ihr Studium angeht, zeigen sich die potenziellen Studenten zielstrebig: Gut jeder Zweite (52 Prozent) möchte im Ausland studieren. Damit sind die MBA-Interessierten seit 2010 deutlich internationaler geworden. Damals wollten nur 40 Prozent raus aus ihrem Heimatland. Hauptsächlich Bewerber aus der Asien-Pazifik Region und dem Mittleren Osten möchten demnach öfter den Schritt ins Ausland wagen.

Deutschland ist eines der beliebten Studienziele

Dabei sind die USA mit renommierten Business Schools wie Harvard, Yale und Stanford nach wie vor das beliebteste Studienziel. Aber auch Deutschland gehört, ebenso wie das Vereinigte Königreich, Kanada, Frankreich, Indien, Hong Kong, Singapur, die Niederlande und Australien, zu den attraktiven Studiendestinationen.

Personalverantwortliche sollten bei solchen Studienwünschen allerdings hellhörig werden: Denn der  naheliegende Top-Grund der Bewerber für ein Studium im Ausland ist es, hinterher eine internationale Karriere anzustreben.

Bei der Programmart zeigten sich unterschiedliche Präferenzen: Für einen zweijährigen Vollzeit-MBA interessierten sich 32 Prozent der Website-Besucher, für ein einjähriges Vollzeitprogramm etwas weniger (27 Prozent). Für einen arbeitgeberfreundlichen Teilzeit-MBA können sich immerhin 15 Prozent der Interessenten erwärmen; für einen flexiblen MBA im Baukastensystem dagegen weniger (sieben Prozent).  Die beliebtesten Programme sind offenbar nach wie vor Präsenzprogramme; ein reiner Online-MBA hat dagegen noch wenige Fans (sechs Prozent).

Über ein Programm mit mehreren Abschlüssen denkt bisher nur ein kleiner Teil der Interessenten (drei Prozent) nach.

MBA-Finanzierung für viele ein Grund zu zögern

Welches Programm sie dann letztlich wählen, überlegen sich die Bewerber offenbar sehr gut – denn durchschnittlich vergehen zwei Jahre, bis ein Interessent sich bei einer Schule bewirbt. Den größten Einfluss auf die Entscheidung der potenziellen MBA-Studenten haben den Studienerkenntnissen zufolge die Websites der Schulen, die 83 Prozent konsultieren. Weitere einflussreiche Informationsquellen sind Business-School-Rankings, Freunde und Familienmitglieder, aktuelle Studenten und Alumni sowie Mitarbeiter der Zulassungsstellen.

Ein Argument gegen ein Graduiertenstudium könnte für viele der Kostenpunkt eines solchen Programms sein. Knapp jeder Zweite (48 Prozent) gibt an, dass das Studium mehr Geld koste, als er zur Verfügung hätte – bei Programmpreisen im fünf- oder sechsstelligen Bereich durchaus verständlich. 44 Prozent zeigen sich zögerlich, wenn es darum geht, sich für den Abschluss zu verschulden.

Schlagworte zum Thema:  MBA, Business School, Karriere

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