MBA: Studienland USA wird unbeliebter

Das gegenwärtige politische Klima wirkt sich auch auf die Beliebtheit der USA als Studienstandort aus. Somit präferieren nur noch 40 Prozent der internationalen Studieninteressierten ein Studium in den Staaten, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Immer mehr internationale Studenten machen einen Bogen um die USA. Das zeigt eine neue Studie des "Graduate Management Admission Council" (GMAC). Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. Die Präferenz der USA als Studienland ist bereits von 2009 bis 2016 von 54 auf 48 Prozent gefallen. 2018 waren es nur noch 40 Prozent.

Zugleich stieg die Beliebtheit von Westeuropa in den vergangenen zwei Jahren von 31 auf 40 Prozent. Mit 28 Prozent bevorzugen inzwischen fast sechsmal so viele Interessenten aus Ost- und Südostasien ein Studium in Großbritannien. Nur fünf Prozent wählen die USA. Von den Interessenten aus Westeuropa wollen 39 Prozent auch dort studieren. Nur sechs Prozent zieht es in die USA. Und Interessenten aus Zentral- und Südasien wollen eher nach Frankreich als in die USA.  

Politisches Klima wirkt sich auf Standortwahl aus

Der Grund dafür sei, so das GMAC, auch das gegenwärtige politische Klima. Potenzielle Studenten nähmen die USA in punkto Sicherheit und persönlicher Sicherheit sowie Finanzierbarkeit schlechter wahr als andere Länder. Bei den Gründen, die sie von einem Studium in den USA abhalten, geben 53 Prozent der Befragten das politische Umfeld, 37 Prozent Sicherheitsbedenken und 36 Prozent Angst vor Rassismus und Diskriminierung an. 

Dagegen habe Kanada deutlich an Beliebtheit zugelegt. Dort ist es leichter, Studentenvisa und eine Arbeitserlaubnis zu bekommen und es ist sicherer. Länder in Westeuropa werden vor allem wegen ihres guten Bildungssystems und der besseren Chancen auf eine internationale Karriere bevorzugt.

Geringeres Interesse aufgrund Dauer und Kosten des MBA-Studiums

Auch das Interesse an den in den USA üblichen zweijährigen MBA-Programmen nimmt weiter ab. 2018 bevorzugten die potenziellen Studenten bereits zum zweiten Mal ein einjähriges gegenüber einem zweijährigen Studium (47 versus 45 Prozent). Insgesamt präferieren nur noch 19 Prozent ein zweijähriges Vollzeit-Studium, 22 Prozent ein Part-time-Programm, 14 Prozent einen Executive MBA und zwölf Prozent einen Online-MBA.

Die größten Hindernisse, überhaupt an einer Business School zu studieren, sind die Kosten. 26 Prozent wollen keine großen Schulden machen. 37 Prozent der Kandidaten erwägen kürzere und günstigere Bildungsangebote wie fachliche Zertifikate (37 Prozent) oder firmeninterne Trainings (19 Prozent). 18 Prozent denken daran, MOOCs (Massive Open Online Course) zu absolvieren, also kostenlose Onlinekurse. 

Befragt wurden 9.617 Studieninteressenten zwischen Januar und Dezember 2018. Zudem wurden die Antworten von 126.000 Befragten zwischen 2009 und 2017 berücksichtigt. Die ausführlichen Ergebnisse stehen auf der Webseite des GMAC zum Download zur Verfügung.


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