MBA: STEM-Spezialisierung in amerikanischen Business Schools

Viele internationale Studenten sind von Donald Trumps Einwanderungspolitik abgeschreckt. Um den sinkenden Bewerberzahlen entgegenzuwirken, bieten einige US-amerikanische MBA-Schulen spezialisierte STEM-Studiengänge an, die naturwissenschaftliche und technische Themen sowie Informatik behandeln.

Immer mehr amerikanische Business Schools bieten eine STEM-Spezialisierung in ihren MBA-Programmen an. STEM steht für Science, Technology, Engineering und Math und entspricht daher den deutschen MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Grund sind auch die zunehmend restriktiven Visa-Regelungen in den USA.

STEM: Absolventen dürfen drei Jahre in den USA bleiben

Denn Absolventen von designierten STEM-Studiengängen dürfen nach ihrem Studienabschluss drei Jahre und damit dreimal so lange in den USA bleiben wie Absolventen eines "normalen" MBA-Studiums. Für die US-Schulen sind die STEM-Angebote daher eine Möglichkeit, wieder mehr internationale Studenten anzuziehen. Ihre Zahl ist in den letzten Jahren vor allem durch Donald Trumps Einwanderungspolitik dramatisch gesunken. Selbst die Topschulen haben weniger MBA-Bewerber.  

Mangel an qualifizierten Mitarbeitern im STEM-Bereich erwartet

Um dem Mangel an qualifizierten Mitarbeitern im STEM-Bereich - manche Schätzungen gehen von bis zu 3,5 Millionen neuen Jobs bis 2025 - entgegenzuwirken, schuf die US-Regierung 2016 das "STEM Designated Degree Program". Es ermöglicht internationalen Absolventen, zusätzlich weitere 24 Monate im Land zu bleiben und bei einem "Optional Practical Training" Berufserfahrung zu sammeln. Um für das STEM-Programm akzeptiert zu werden, brauchen internationale Studenten einen STEM-Abschluss einer akkreditierten US-Schule, eine Anstellung bei einem Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsstunden pro Woche und ein formales Training im STEM-Bereich. Erst nach den zwei Jahren benötigen sie ein Arbeitsvisum. 

Business Schools richten gesamtes MBA-Programm auf STEM aus

In STEM-Studiengängen muss mindestens die Hälfte der Kursinhalte in dem Bereich liegen. Während manche Business School dafür eigene STEM-Spezialisierungen innerhalb des MBA-Programms anbieten, richten andere ihr gesamtes MBA-Programm danach aus und bieten zum Beispiel einen MBA in Business Analytics an.

Neuester STEM-Anbieter ist die MIT Sloan School of Management. Allein seit Anfang des Jahres sind außerdem die Tuck School of Business und die Michigan Ross School of Business dazu gekommen. Bereits 2019 sprangen die Berkeley Haas School of Business und die Kellogg School of Management auf den Zug auf. Die erste US-Schule, die das STEM-Siegel ihr MBA-Programm erhielt, war 2018 die Simon School of Business an der University of Rochester.


Eine Liste der STEM-MBAs vom Juni 2019, aufgelistet von Poetsandquants, finden Sie hier.


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