MBA-Messen

Das Graduate Management Admission Council (GMAC), das den Zulassungstest GMAT verwaltet, hat den Messeveranstalter The MBA Tour gekauft und steigt damit in den Veranstaltermarkt von MBA-Messen ein. Das berichtet das MBA-Portal Poets & Quants.

Bisher ist das Hauptgeschäft von GMAC die Durchführung und Verwaltung des Graduate Management Admission Tests (GMAT) sowie die Vorbereitung auf den Zulassungstest. Der GMAT misst verbale und mathematisch/logische Fähigkeiten und wird nur auf Englisch und computerunterstützt durchgeführt. The MBA Tour ist neben der QS World MBA Tour einer der großen Veranstalter von MBA-Messen weltweit und führt mehr als 60 Messen in mehr als 30 Ländern pro Jahr durch.

Auf den Messen präsentieren sich Business Schools an ihren Ständen und beantworten Fragen von Interessenten. Oft gibt es auch noch ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und manchmal können auch Einzelgespräche mit Schulen vereinbart werden.

Mit Zukäufen die Position stärken

Für GMAC ist es seit 2014 bereits die dritte Akquisition. 2015 kaufte die Organisation den indischen Testanbieter NMAT, um besseren Zugang zum indischen Markt zu bekommen. In Indien ist der GMAT bisher nur schwach vertreten. Üblich ist dort der - wesentlich günstigere - Common Admission Test (CAT). Letztes Jahr folgte der Erwerb der britischen MBA-Website BusinessBecause.

Mit dem Kauf möchte GMAC seine Position stärken. Denn die Zahl der GMAT-Teilnehmer sinkt seit einigen Jahren. Zu schaffen macht dem bisherigen Quasi-Monopolisten dabei die verstärkte Konkurrenz durch den GRE-Test von Educational Testing Service. Immer mehr Business Schools akzeptieren den GRE als Alternative zum GMAT. Zudem verzichten immer mehr Schulen bei ihren spezialisierten Master-Programmen, Online-MBAs und Executive MBAs auf den GMAT.

Guter Marktzugang

Nun sollen die Messen von The MBA Tour für mehr Nachfrage sorgen und vor allem in bisher nur wenige bedienten Märkten ausgeweitet werden. Hilfreich dürften dabei die umfangreichen Daten von GMAT-Interessenten sein.

In Deutschland haben die Veranstalter die großen Messen auch Konkurrenz durch den MBA Day des Karrierenetzwerks e-fellows.net. Dort arbeitet man mit einem anderen Konzept. Wer am MBA Day teilnehmen will, muss sich mit seinem Lebenslauf bewerben. Dann gibt es zwei Gruppen: die "MBA-Kandidaten" – Personen, die Berufserfahrung haben und ein Einzelgespräch mit den Schools wollen und „MBA-Einsteiger“ - Personen mit nur wenig Berufserfahrung, aber mit einem interessanten Lebenslauf und Interesse, später ein MBA-Studium zu absolvieren. "MBA-Kandidaten" geben ihre favorisierten Schools an und stellen diesen ihren Lebenslauf zur Verfügung. Die Schulen wählen dann wiederum ihre favorisierten Kandidaten aus – und der Veranstalter organisiert Einzelgespräche. Die "MBA-Einsteiger" dürfen nur zu den Vorträgen und zum MBA Forum kommen, bei dem sich bis zu 30 Schulen wie bei den anderen Messen präsentieren.

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