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Fünf Missverständnisse zum MBA-Studium

Über das MBA-Studium gibt es noch immer falsche Vorstellungen. Was Interessenten und HR-Verantwortliche wissen sollten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Über das Konzept der MBA-Ausbildung kursieren einige falsche Vorstellungen – sowohl bei Mitarbeitern und Führungskräften, die sich für ein solches Studium interessieren, als auch bei HR-Verantwortlichen, die die Programme für ihre Mitarbeiter auswählen. Wir stellen fünf Missverständnisse vor.

Die Journalistin und MBA-Expertin Bärbel Schwertfeger hat fünf Missverständnisse rund ums MBA-Studium identifiziert, die sie in Ausgabe 11-12/2015 der "Wirtschaft + Weiterbildung" vorstellt. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen.

Missverständnis 1: Ein MBA-Studium ist eigentlich so etwas wie ein BWL-Studium.

Zielgruppe eines MBA-Programms sind in erster Linie Akademiker ohne wirtschaftswissenschaftliches Erststudium. Im Vordergrund stehen die Vermittlung von Managementwissen sowie die Persönlichkeitsentwicklung und die Verbesserung der Führungskompetenz. Eine mehrjährige, fundierte Berufserfahrung nach dem Erststudium ist Pflicht.

Ein wichtiger Ansatz ist das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen, bei dem jeder Teilnehmer seine Erfahrungen einbringt und man voneinander lernt.
Ein Schlüsselkriterium für ein gutes MBA-Programm ist daher die strenge Auswahl der Teilnehmer. Grundsätzlich gilt: Je renommierter die Business School, desto strenger die Zulassungskriterien. Dies hat letztlich auch Auswirkungen auf die Qualität, denn je qualifizierter die Teilnehmer sind, umso größer der Lerneffekt.

An der Stanford University wurden 2014 beispielsweise nur 7,1 Prozent der Bewerber zum Vollzeit-MBA zugelassen. Bei berufsbegleitenden Programmen oder Executive MBAs für erfahrene Führungskräfte ist die Auswahl oft nicht ganz so streng. In Deutschland dagegen sieht es ganz anders aus: Je niedriger die Zulassungshürden, desto größer ist häufig die Nachfrage.

Missverständnis 2: Beim MBA geht es um die Praxis, Forschung spielt keine Rolle.

Zwar spielt die starke Praxisorientierung beim MBA eine wichtige Rolle – Forschung ist jedoch keineswegs außen vor. Die Professoren von führenden Business Schools betreiben selbst Forschung und veröffentlichen in renommierten wissenschaftlichen Journalen.

Daneben verfügen sie aber eben über eigene Praxiserfahrung in Unternehmen und beraten Firmen.  Ihre Expertise besteht darin, ihre wissenschaftliche Erkenntnisse auf einem hohen Niveau so in den praxisorientierten Kontext zu transformieren, dass die MBA-Teilnehmer sie bei der Lösung von konkreten Managementproblemen nutzen können.

Missverständnis 3: Ein MBA-Programm erfüllt hohe Qualitätsansprüche, weil es akkreditiert ist.

In Deutschland gibt es zwei Akkreditierungen. Einerseits muss jeder Master-Studiengang (also auch MBAs) akkreditiert werden. Der Akkreditierungsrat hat hierfür mehrere Agenturen befugt. Akkreditierte MBA-Programme tragen dann das Gütesiegel des Akkreditierungsrats. Neben der Programmakkreditierung eines Studiengangs gibt es andererseits noch die Systemakkreditierung. Dabei wird überprüft, ob die Hochschule ein funktionierendes Qualitätssicherungssystem hat.

In Deutschland überprüfen die Agenturen aber nur, ob der Studiengang die Mindestkriterien erfüllt. Für eine Akkreditierung müssten Programme nicht einmal dem Konzept des MBA entsprechen. Manchmal steckt ein spezialisierter Master-Studiengang dahinter, der sich als MBA besser verkauft. Im internationalen MBA-Markt zählen wiederum andere Gütesiegel – AACSB, AMBA oder EQUIS.

Missverständnis 4: Beim MBA wird die Berufserfahrung angerechnet.

Grundsätzlich gehören ein paar Jahre Berufserfahrung zu den Zulassungsvoraussetzungen eines jeden guten MBA-Programms. In Deutschland ist mindestens ein Jahr Pflicht. Die Teilnehmer führender Business Schools haben oft mehr als fünf Jahre Berufserfahrung, beim Executive MBA wird manchmal sogar mehrjährige Führungserfahrung vorausgesetzt.

In Deutschland gibt es jedoch auch andere Wege. So ist ein MBA mittlerweile häufig schon ohne Erststudium möglich. Lehre oder Praktika werden als Berufserfahrung gezählt und berufliche Praxis als akademische Leistung anerkannt. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass es von politischer Seite gewünscht ist, Berufserfahrenen einen einfacheren Zugang zum Hochschulstudium zu ermöglichen.

Missverständnis 5: Unterstützt ein Unternehmen ein MBA-Programm, muss es auch gut sein.

Vielen Unternehmen fehlt der Überblick über den MBA-Markt – oder sie setzen auf preisgünstige und bequeme Angebote. Letztlich müssten sich HR-Verantwortliche besser über den Markt informieren. Es liegt schließlich im Interesse des Unternehmens, dass das Studium eine hohe wissenschaftliche Qualität hat und die Qualifikation der Mitarbeiter am Ende auch die Firmen weiterbringt.

Den kompletten Beitrag "MBA: Fünf Missverständnisse" von Bärbel Schwertfeger lesen Sie in Ausgabe 11-12/2015 der "Wirtschaft + Weiterbildung".

Schlagworte zum Thema:  MBA, Business School, Berufserfahrung, Studium

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