Bitcoin, Blockchain, Börsenhandel - dieser Dreiklang findet sich nun auch in einigen MBA-Programmen. Denn viele Business Schools bieten inzwischen eigene Fintech-Kurse an. Bild: bloomua - Fotolia

Im Finanzbereich hat sich in jüngster Zeit einiges getan – das Schlagwort dazu: Financial Technologie, oder kurz Fintech. Diese Disziplin wird nun auch im MBA-Studium gelehrt. Eine klare Linie dazu, was genau auf dem Lehrplan der Business Schools stehen sollte, fehlt jedoch vielerorts.

Immer mehr Business Schools bieten im MBA-Studium Kurse in Financial Technology (Fintech) an, auch wenn bisher nicht so klar ist, was eigentlich darunter fällt. An den Business Schools der Stanford University und der Georgetown University sind im Herbst erstmals Fintech-Kurse gestartet. An anderen Schulen wie der Stern School of Business in New York, der Columbia Business School oder dem MIT gibt es bereits entsprechende Kurse oder Studiengänge. Grund sei die Nachfrage der Studenten hat Reuters bei der Befragung von Hochschulvertretern herausgefunden.

"Vor zehn Jahren wollte jeder ins Investmentbanking oder in den Börsenhandel", sagte Reena Aggarwal, Direktor des Georgetown Center for Financial Markets and Policy gegenüber Reuters. "Heute sind die Studenten vor allem an Innovationen interessiert." Fintech steht für die Disruption der Finanzbranche durch Informationstechnologie und bedroht vor allem die Banken mit ihrer Rolle als Zwischenhändler und Vermittler.

Fintech im MBA-Studium: Vielfältige Branche, vielfältige Lehrpläne

Das Problem ist jedoch, dass es für die neu aufkeimende Branche keine klare Definition gibt. Für manche stehe Fintech für Bitcoin oder Kryptowährungen, andere verstehen darunter die Technologie von JP Morgan im Börsenhandel, erklärt Angela Lee, Chief Innovation Officer an der Columbia Business School. "Jeder denkt, das ist sexy und viele sprechen darüber, ohne zu wissen, was es eigentlich ist."

Statt traditionelle Lehrpläne zu entwickeln, setzen die Schulen daher darauf, ihren Studenten zu vermitteln, wie neue Technologien Märkte verändern und wie man neue Geschäftsideen entwickelt. Oder sie bieten Kurse zu spezifischen Themen an. So gibt es am MIT einen Kurs zur Blockchain-Technologie. Der neue Kurs in Stanford konzentriere sich auf "Financial Inclusion", also dem Bestreben allen Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen zu ermöglichen, oder das Design von günstigen Produkten und Serviceleistungen für benachteiligte Kunden, erklärte Professor Kenneth Singleton, der den Kurs unterrichtet.

"Sie müssen ihr eigenes Curriculum kreieren."

Es gebe bisher kein Lehrmaterial, das man zusammenstellen könne, betont auch Antoinette Schoar, Finanzprofessor an der MIT Sloan School, in einem Interview. "Da müssen Sie ihr eigenes Curriculum kreieren oder reale Fallstudien entwickeln."

Dennoch sind sich die Professoren einig, dass Fintech-Kurse nützlich für Studenten sein können, egal ob sie einen Job bei einem traditionellen Unternehmen an der Wall Street anstreben oder ihre eigene Firma gründen wollen. Und den Schulen helfe es, gute Studenten anzuziehen, die solche Kurse suchen.

Schlagworte zum Thema:  Business School, MBA, Weiterbildung

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