MBA-Bewerbung: Harte Auslese

Von acht Bewerbern auf einen Studienplatz gehen fünf leer aus. Das ist bei MBA-Studienplätzen an Top-Schulen in den USA keine Seltenheit mehr. Standorte in Europa geben zwar nur selten Zulassungsquoten heraus, doch auch hier ist die Auswahl ähnlich streng.

Im vergangenen Jahr schafften es von 7.797 Bewerbern an der "Stanford Graduate School of Business" nur 491 an die Schule. Damit bekamen nur 6,3 Prozent einen der begehrten MBA-Studienplätze. Zwar gilt Stanford als die Business School mit der strengsten Auslese, aber auch bei anderen Schulen kam längst nicht jeder Kandidat zum Zug. Am MIT waren es 675 von 5.560 Bewerbern und damit 12,1 Prozent und an der "Kellogg School of Management" 926 von 4.471 Kandidaten (20,7 Prozent). 

Strenge MBA-Zulassungsquoten in Europa

Im Gegensatz zu den USA veröffentlichen europäische Schulen ihre Zulassungsquoten in der Regel nicht. Als das MBA-Portal Poets & Quants die Daten bei 20 Schulen abfragte, verweigerten etliche die Herausgabe. MBA-Interessenten würden aus den Quoten schnell falsche Schlüsse ziehen, erklärte Virginie Fougea, Direktorin für MBA Recruitment & Admissions am Insead. Sie überlegten dann oft, wie groß ihre Chancen sind oder ob sie sich überhaupt an der Schule bewerben sollen. Laut Fougea sollten sich die Interessenten jedoch einfach für die Programme bewerben, die am besten zu ihren Bedürfnissen und Karriereplänen passen, und nicht versuchen, über ihre Zulassungschancen zu spekulieren.

Trotz unvollständiger Daten stellte das MBA-Portal eine – teils auf Schätzungen basierende – Liste von 14 europäischen Schulen zusammen. Dabei hat die "Mannheim Business School" mit 16,6 Prozent die geringste Zulassungsquote, vor der HEC Paris mit 17,5 Prozent und dem IMD in Lausanne mit 28,8 Prozent. Dagegen lässt das Insead – so die Schätzung – 31,5 Prozent der MBA-Bewerber zu.

Aufwendiger Bewerbungsprozess für MBA-Programme

Auch in Europa gilt daher: Wer einen Studienplatz an einer der Topschulen ergattern will, muss sich anstrengen. Die Bewerbung für ein MBA-Programm ist aufwendig und man sollte durchaus mehrere Monate dafür einplanen. Da müssen Zeugnisse, Lebenslauf und Referenzen vorgelegt, Tests wie der Sprachtest "Test of English as a Foreign Language" (TOEFL) und der "Graduate Management Admission Test" (GMAT) absolviert und Essays geschrieben werden. Alle Unterlagen müssen auf Englisch verfasst sein und es gilt, die landesüblichen Kriterien zu berücksichtigen. 

Aussagekräftige Referenzen und Tests als Auswahlkriterien

Dabei gilt der GMAT für viele als eine der größten Hürden. Er misst verbale und mathematisch/logische Fähigkeiten und wird nur auf Englisch und computerunterstützt durchgeführt. Es empfiehlt sich, mehrere Monate für die Vorbereitung einzuplanen – sei es per Selbststudium, Onlinekurs oder in einem Präsenz-Seminar. Bei Executive-MBA-Programmen wird oftmals auf den GMAT verzichtet, da hier grundsätzlich mehr Wert auf die bisherigen beruflichen Leistungen gelegt wird. 

Wichtig sind auch Referenzen, um die bisherigen Leistungen und das Führungspotenzial der Bewerber einschätzen zu können. Das Schreiben sollte aber kein Arbeitszeugnis sein, sondern aussagekräftige Informationen über die Eignung des Kandidaten als potenziellen Manager enthalten. Der Verfasser sollte daher jemand sein, der den Bewerber als Studierenden oder Mitarbeiter gut kennt. Auch die Referenzen müssen auf Englisch verfasst sein oder zusammen mit einer Übersetzung vorgelegt werden. 

Essays gerne auch als Video gefordert

Um mehr über die Person des Bewerbers, seine Motivation und seine Ziele zu erfahren, verlangen die Schulen meist mehrere Essays. Oft soll dabei begründet werden, warum man ein MBA-Studium beginnen will und was man persönlich zum Programm beitragen kann. Die Essays sollten möglichst kurz und interessant sein, vor allem aber einen Eindruck über die Persönlichkeit des Kandidaten geben.

Immer mehr Schulen gehen dazu über, Video-Essays einzufordern. Dabei muss der Kandidat entweder online ein Mini-Interview absolvieren oder er kann selbst ein Video mit seiner Antwort erstellen. Die Schulen hoffen, damit einen authentischeren Eindruck von der Persönlichkeit zu bekommen und ganz nebenbei werden so natürlich auch die Sprachkenntnisse gecheckt.


Das könnte Sie auch interessieren:

Der MBA als Gehaltsverdoppler – Mythos oder Realität?

MBA – ein Master mit verschiedenen Varianten

Der MBA und die Kosten: Investition in die Karriere

Schlagworte zum Thema:  MBA, Führungskräfteentwicklung, Weiterbildung