| MBA

Beschäftigungsfähigkeit entscheidet über Zulassung

Im Bewerbungsgespräch: Bewerber um einen MBA-Studienplatz werden auf ihre Beschäftigungsfähigkeit getestet.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Attraktivität von MBA-Programmen ist selbst in der Krise groß. Mit neuen Kriterien bei der Auswahl von Bewerbern wollen Business Schools die Qualität ihrer Programme sichern und ihren Absolventen in der Krise bessere Karrierechancen bieten. Die Studienbewerber werden deshalb schon vorab auf ihre Beschäftigungsfähigkeit geprüft.

Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" achten viele Business Schools schon bei der Auswahl ihrer Studenten auf deren spätere Beschäftigungsfähigkeit. Anders als in der Zeit vor der aktuellen Wirtschaftskrise würden in den Auswahlkommissionen die Karriere-Experten der Institute hinzugezogen, um schon vor Studienbeginn zu prüfen, ob die Bewerber bei möglichen Arbeitgebern punkten könnten.

Realitätscheck vor Studienbeginn

Von dem erweiterten Auswahlprozess sollen demnach Business Schools und Bewerber gleichermaßen profitieren. Für internationale Rankings der Business Schools wird unter anderem die Anzahl der vermittelten Absolventen herangezogen. Findet eine große Anzahl einen Job in einem bedeutenden Unternehmen, ist das gut für die Schule und steigert den Wert des MBA-Angebots. Die neue Vorgehensweise helfe auch, die Qualität des Studiums zu sichern.

Studienbewerber könnten jetzt schon im Auswahlverfahren erfahren, ob sie für die nach dem MBA-Abschluss angestrebte Karriere überhaupt in Frage kommen und ihre Karriereziele realistisch sind. So würden zum Beispiel Aspiranten mit dem Ziel Consulting in den Gesprächen darauf getestet, wie gut sie mit Unklarheit umgehen könnten. Mehr als zuvor geachtet werde auch auf das Führungskräfte-Potenzial und die Kommunikationsfähigkeiten der Kandidaten oder ihre Problemlösungskompetenz.

Keine Kandidaten ausgrenzen
Bei der Auswahl herangezogen werden zudem Daten, die vorher nicht berücksichtigt wurden. So stellen einige Business Schools jetzt zusammen, welche Unternehmen auf ihrem Campus nach Bewerbern suchen und sammeln Daten von erfolgreichen Absolventen, um diese als eine Art Checkliste bei der Auswahl der Studenten heranzuziehen.

Noch steht die stärkere Ausrichtung der Auswahl von MBA-Studienbewerbern auf die Anforderungen der Unternehmen am Anfang. Doch Experten warnen laut Wall Street Journal bereits jetzt davor, den Auswahlprozess allzu sehr aus dem beruflichen Blickwinkel zu betrachten und die Beschäftigungsfähigkeit als Kriterium überzubewerten. Potenzielle Gründer und Unternehmer oder diejenigen, die eine neue Karriere starten möchten, könnten so vom Studium ausgeschlossen werden.

Hinweis: Weitere aktuelle Nachrichten vom Markt der Managerweiterbildung und eine Übersicht über die Programme der besten Business Schools weltweit finden Sie in der neuen Sonderveröffentlichung "Learn2Lead" des Personalmagazins, die Sie hier herunterladen können.

Schlagworte zum Thema:  MBA, Weiterbildung, Karriere

Aktuell

Meistgelesen